Weil ich weiß, dass es viele von Euch auch betrifft, möchte ich heute meine Erfahrungen von meiner Bauch- und Gebärmutterspiegelung mit Euch teilen. Vielleicht ganz kurz vorab: Es ist halb so schlimm und die Schmerzen sind insgesamt gut aushaltbar.

Vorgeschichte oder: Wie kam es dazu?

Im Februar 2018 habe ich mich ja mit meinem Mann in einem Kinderwunschzentrum in Frankfurt vorgestellt. Man muss dort vor dem Gespräch so eine Selbstauskunft ausfüllen, in der alle möglichen Infos zur medizinischen Vorgeschichte abgefragt werden. Wer mehr dazu wissen will, kann das gerne detailliert hier (klicken) nachlesen.

Jedenfalls sind wir diese Selbstauskunft bei unserem ersten Termin im Kinderwunschzentrum im Detail durchgegangen und unser Arzt hat relativ schnell in den Raum gestellt, dass bei mir evtl. Endometriose vorliegen könnte. Wir waren erstmal leicht geschockt, weil ich aus meinen Internetrecherchen schon wusste, dass es damit sehr schwer sein kann, schwanger zu werden.

Unser Arzt hat uns erklärt, dass man Endometriose letztendlich sicher nur mit einer Bauch- und Gebärmutterspiegelung abklären kann. Er hat uns deswegen geraten, diesen kleinen Eingriff zeitnah machen zu lassen. Alternativ hat er vorgeschlagen, dass wir auch erstmal mit einer leichten hormonellen Unterstützung (Clomifen) starten könnten.

Mein Mann und ich waren uns sehr schnell einig, dass wir Gewissheit möchten und haben uns daher für die OP entschieden. Der Arzt hat uns dann noch eine Einweisung fürs Krankenhaus mitgegeben und uns empfohlen, die Spiegelungen dort im gleichen Haus machen zu lassen.

Vorbereitungen

Gleich am nächsten Tag habe ich auf der gynäkologischen Station im Krankenhaus angerufen und mir einen Termin zur Vorbesprechung bei der Oberärztin geben lassen. Die Voruntersuchung und das anschließende Gespräch mit ihr waren sehr angenehm und sie hat sich viel Zeit für uns genommen. Sie hat dabei auch schon die Vermutung geäußert, dass ich wohl eher eine leicht bis mittelstark ausgeprägte Endometriose habe. Je nach Ausprägung bzw. je nachdem wie viel dann auch geschnitten werden würde, sollte ich 1-3 Nächte im Krankenhaus bleiben. Die OP sollte so um den Zyklusanfang herum stattfinden.

Einen Tag vor dem angesetzten OP Termin war ich noch einmal zur Blutentnahme im Krankenhaus. Anschließend fand noch die Aufklärung durch die Anästhesistin statt.

Am nächsten Morgen fuhren wir leicht aufgeregt ins Krankenhaus. Nachdem mir dort nochmals Blut abgenommen wurde, kam der große Schock: Ich bin schwanger und kann daher nicht operiert werden!!! Leider ist die Schwangerschaft in einer weiteren Fehlgeburt geendet. Wie das alles genau abgelaufen ist, könnt Ihr hier nachlesen.

Im Folgezyklus nach meiner Fehlgeburt waren wir wieder im Kinderwunschzentrum und haben (diesmal mit einem anderen Arzt) besprochen, dass wir die Bauch- und Gebärmutterspiegelung jetzt unbedingt so schnell wie möglich nachholen möchten. Vor allem wegen der mittlerweile zwei Fehlgeburten waren wir beunruhigt, ob bei mir organisch alles okay ist. Der Arzt hat uns eine neue Einweisung für die Bauch- und Gebärmutterspiegelung mitgegeben und uns den Tipp gegeben, dass man den Eingriff auch ambulant machen kann.

Weil wir nach den letzten Wochen erstmal genug von Krankenhäusern hatten, haben wir uns entschlossen, die OP in einem Zentrum für ambulante operative Gynäkologie machen zu lassen. Auch dort war ich wieder zu einem Vorgespräch und neu war für mich diesmal nur, dass hier die OP in der ersten Zyklushälfte stattfinden sollte. Mit Beginn des neuen Zyklus habe ich mit dem Zentrum telefonisch einen OP Termin vereinbart. Am Abend vor dem großen Tag fand dann noch (ebenfalls telefonisch) die Aufklärung durch dieAnästhesistin statt.

Ablauf OP-Tag

Wir machten uns früh morgens auf den Weg, diesmal schon deutlich weniger aufgeregt.

7:30 Ich meldete mich auf der Station. Mitgebracht hatte ich bequeme Kleidung, ein bisschen was zu essen (Banane und Brot) und was zu lesen. Ich war nüchtern und insbesondere, dass man ab 6 Uhr nichts mehr trinken darf, ist dabei nicht ganz leicht.

7:45 Ich wurde auf mein Zimmer gebracht und habe mich für die OP umgezogen (OP-Hemdchen, Haube und Fußüberzug). Weil auch schon eine zweite Patientin auf dem Zimmer war, habe ich mich von meinem Mann verabschiedet und mich schon mal ins Bett gelegt. Danach gab es noch ein kurzes Vorgespräch mit der Anästhesistin. Anschließend musste ich meine Kontaktlinsen ausziehen und wurde von der für mich zuständigen Krankenschwester in den OP Bereich runtergefahren.

Kurz vor 8:00 Ich lag eine Weile in meinem Bett auf dem Gang. Dort wurde mir dann auch durch eine sehr nette OP Schwester der Zugang gelegt.

8:00 Ich wurde gebeten aus dem Bett aufzustehen, habe den OP Saal betreten und auf einem gynäkologischen Stuhl Platz genommen. Im OP waren mehrere operationstechnischeAssistenten und die Anästhesistin. Alle waren sehr freundlich zu mir und wir haben uns über meinen Beruf unterhalten. Im OP war es extrem kalt und ich habe noch in Erinnerung, dass meine Beine vor Kälte gezittert haben. Die Anästhesistin hat mir dann intravenös das Narkosemittel gespritzt und mich auch darüber informiert. Ich habe noch ganz kurz ein starkes Brennen im Kopf (im Bereich der Schläfen) wahrgenommen und bin dann eingeschlafen.

9:15 Ich bin im Aufwachraum aufgewacht. Mir war zum Glück nicht übel, aber ich hatte einen starken Reizhusten (wahrscheinlich vom Intubieren) und einen leichten Schmerz im Bauch. Außerdem war mir mal wieder ziemlich kalt. Die Anästhesistin hat kurz nach mir geschaut und ich habe nochmal Schmerzmittel bekommen. Die Krankenschwester im Aufwachbereich war vom Tonfall etwas gröber und ich fand außerdem irritierend, dass sie sich mit einer Kollegin die ganze Zeit lautstark über irgendwelche Dienstpläne beschwert hat. Insgesamt war ich zu diesem Zeitpunkt noch etwas verwirrt und habe glaube ich ein paar seltsame Fragen gestellt 😉

9:45 Ich wurde von der Krankenschwester von meiner Station abgeholt und auf mein Zimmer gebracht. Dort bin ich erstmal auf Toilette gegangen und habe beim Aufstehen aus dem Bett bemerkt, wie sich das Gas (was ja vor der Spiegelung für eine bessere Sicht in den Bauch geleitet wird) im Körper verteilt. Ich hatte dadurch ein Stechen im Brustkorb und im Bereich Schlüsselbein/ Schultern, was aber nicht dramatisch war. Auf der Toilette hatte ich eine leichte Blutung.

Anschließend habe ich etwas Zwieback gegessen und Tee getrunken. Nicht, dass ich das Bedürfnis danach gehabt hätte – ich wusste aber, dass es vor allem für die Anästhesistin eine Voraussetzung war, dass man nach Hause gehen darf.

Immer wieder kam in den nächsten Stunden meine zuständige Krankenschwester ins Zimmer und hat gefragt, wie es mir geht und, ob ich noch etwas trinken möchte.

12:00 Der operierende Arzt kam zu Visite und hat mir kurz den Verlauf der OP zusammengefasst (beide Eileiter waren durchlässig und er hat ein paar leichte Verwachsungen an der Blase entfernt). Anschließend hat er mir noch erklärt, wann ich die Pflaster wechseln soll, und wie das mit dem Duschen aussieht. Auch den Arztbrief hatte er schon vorbereitet, sodass ich diesen wenige Tage später schon an das Kinderwunschzentrum weitergeben konnte.

Kurze Zeit danach kam nochmals die Narkoseärztin und hat mir Tipps zum Einsatz von Schmerzmitteln gegeben. Sie hat mir dann auch noch eine etwas stärkere Schmerztablette mitgegeben, die ich bei Bedarf nehmen sollte.

12:45 Mein Mann hat mich abgeholt und wir sind nach Hause gefahren. Der Weg zum Parkhaus war wegen des Gases etwas unangenehm. Ich hatte sogar den Eindruck, dass mich ein paar Leute wegen meines gekrümmten Gangs etwas merkwürdig angeschaut haben 😉

Sonst hatte ich zu diesem Zeitpunkt kaum Schmerzen.

Zuhause haben wir normal zu Mittag gegessen und ich habe mich ins Bett gelegt. Dort habe ich den Rest des Tages geschlafen und Netflix geschaut. Die Schmerzen waren absolut im Rahmen. Die Blutungen waren auch nicht besonders stark und wurden sehr schnell immer schwächer. Abends fand ich es allerdings etwas schwierig eine geeignete Schlafposition zu finden.

In den nächsten 2-3 Tagen nahmen die Schmerzen im Brustkorb und im Bereich der Schulten und des Schlüsselbeins etwas zu. Solange ich im Bett lag, habe ich eigentlich nichts gemerkt. Nur, wenn ich aufgestanden bin, hatte ich immer erstmal einen starken stechenden Schmerz.

3 Tage nach der OP war ich mit meinem Mann sogar schon wieder für einen kurzen Spaziergang im Wald, das Gehen war zu diesem Zeitpunkt aber noch schwierig und ich war auch noch etwas schlapp. 6 Tage nach der OP habe ich wieder gearbeitet und ca. 10-14 Tage danach habe ich keinerlei Schmerzen mehrgehabt.

Fazit

Insgesamt war die OP deutlich weniger schlimm als ich befürchtet hatte. Der gesamte Ablauf im OP Zentrum war sehr professionell und ich habe mich zu jedem Zeitpunkt gut aufgehoben gefühlt. Ich war sehr erleichtert, dass mir von der Vollnarkose nicht schlecht geworden ist. Die Schmerzen waren war zwar kurzzeitig und vor allem beim Aufstehen für einige Sekunden sehr stark, aber insgesamt wirklich gut auszuhalten. Die stärkere Schmerztablette, die mir die Narkoseärztin mitgegeben hat, habe ich noch nicht einmal gebraucht. In meiner persönlichen Situation (insgesamt gesund und es wurde eher wenig geschnitten) war es auch absolut richtig, die OP ambulant durchzuführen. Zuhause kann man sich einfach immer noch am besten erholen!

Also, falls bei Euch eine Bauch- und Gebärmutterspiegelung im Raum steht, kann ich Euch wirklich guten Gewissens die Angst nehmen. Es ist wirklich alles halb so wild und am Ende hat man wenigstens Gewissheit und vielleicht auch eine bessere Ausgangslage für eine mögliche Schwangerschaft. Schließlich werden die Eileiter durchgespült und evtl. vorhandene Endometrioseherde können gleich entfernt werden.

Wenn Du noch Fragen zum Ablauf der Bauch- und Gebärmutterspiegelung hast, schreib mir doch gerne.

Ich wünsche Dir eine baldige Schwangerschaft!

Deine

Julia Cathérine