Wenn man über 30 oder frisch verheiratet ist, fragen Freunden, Verwandte oder Kollegen ja gerne nach, ob „man denn nicht auch mal Kinder haben möchte?“. Bei mir kam noch dazu, dass ich mit 28 nochmal eine Ausbildung zur Erzieherin angefangen habe. Somit war klar, dass ich Kinder wirklich mag und ich wurde dann in diesem Zusammenhang wirklich ständig auf das heikle Thema angesprochen.

Je länger wir versucht haben schwanger zu werden, desto schwieriger fand ich es, auf diese Nachfragen eine gute Antwort zu haben. Grundsätzlich bin ich aber so vorgegangen:

Enge Freunde & Verwandte, die es gut mit uns meinen

Mit dem Großteil meiner Freundinnen war ich eigentlich von Anfang an ganz offen. Wenn sie mich rund um unsere Hochzeit gefragt haben, ob wir jetzt auch bald Kinder planen, habe ich immer: „Ja, auf jeden Fall!“ gesagt. In den folgenden Monaten habe ich mit einzelnen Freundinnen auch über meinen Zyklus gesprochen und was wir gerade so versuchen, um schnell schwanger zu werden. Bei den Fehlgeburten war ich dann aber etwas zurückhaltender. Davon wusste am Anfang erstmal nur meine engste Familie. Und auch von den IUI-Zyklen habe ich nur einzelnen Personen erzählt, um den Druck nicht unnötig zu erhöhen.

Im Laufe unserer 2,5 Jahre Kinderwunsch hat sich herausgestellt, dass eine Freundin auch große Probleme hat, schwanger zu werden. Wir hatten dann viele Monate fast täglich Kontakt. Sie wusste eigentlich immer genau, wo ich in meinem Zyklus stehe und hat unsere zweite Fehlgeburt und die IUI-Zyklen hautnah miterlebt. Das war für mich eine riesen Stütze und hat uns total zusammengeschweißt. 

Verwandte, die es evtl. nicht gut mit uns meinen & Kollegen & Bekannte

Anders reagiert habe ich bei Leuten, die wir entweder nicht so gut kennen oder, bei denen ich nicht sicher bin, ob sie es wirklich gut mit uns meinen. 

Wenn wir da auf das Thema Kinder angesprochen wurden, haben wir meistens nur gesagt, dass wir irgendwann mal Kinder möchten, aber keine weiteren Details genannt. Je mehr Zeit nach unserer Hochzeit verstrichen ist, wurden die Nachfragen natürlich etwas drängender. Bei diesen Gesprächen habe ich dann auch gerne mal darauf verwiesen, dass meine Ausbildung ja noch nicht abgeschlossen ist. Das hat uns etwas Puffer verschafft und zum Glück bin ich ja dann sogar 2 Wochen vor Ende meiner Ausbildung schwanger geworden und geblieben.

Fazit

Gerade wenn man ein ehrlicher Mensch ist, ist es in dieser Zeit nicht ganz einfach mit dem Umfeld umzugehen. Aus meiner Sicht ist es wichtig zu unterscheiden, ob jemand aus reiner Neugier fragt oder aus wirklichem Interesse an mir und meinem Leben.

Wie gehst Du mit Nachfragen aus Deinem Umfeld um? Hast Du Dich engen Freundinnen anvertraut oder weiß eigentlich nur Dein Partner von Deinem Kinderwunsch?

Ich freue mich auf Eure Kommentare und wünsche Dir eine baldige Schwangerschaft!

Deine

Julia Cathérine