Wenn bei Dir demnächst auch der erste Termin im Kinderwunschzentrum kurz bevorsteht, geht es Dir vielleicht wie mir damals und Du möchtest schon vorher möglichst genau wissen, was Dich dort so erwartet. Ich habe deswegen heute für Dich meine Erfahrungen vom ersten Besuch im Kinderwunschzentrum in Frankfurt zusammengefasst.

Vorbereitung

Als wir im Kinderwunschzentrum angerufen haben, haben wir erst einen Termin in 3,5 Monaten bekommen. Das war natürlich ein Schock. Aber immerhin hatten wir so genügend Zeit, alle Unterlagen zusammenzustellen, die das Kinderwunschzentrum beim ersten Termin vorliegen haben möchte.

Im Detail waren das:

  • Überweisung vom Frauenarzt
  • Befund Krebsvorsorge
  • Befund Chlamydien-Diagnostik
  • Spermiogramm
  • Impfpass
  • Hormonstatus

Außerdem gibt es bei unserem Kinderwunschzentrum noch so einen Fragenbogen, den man ausgefüllt mitbringen soll. Bzw. es sind sogar zwei Fragebögen – einen für den Mann und einen für die Frau.

Erster Eindruck vor Ort

Als dann endlich unser Termin anstand, waren wir beide etwas aufgeregt. Angekommen im Kinderwunschzentrum hat die Sprechstundenhilfe als erstes unsere Unterlagen und Fragebögen eingesammelt und wir mussten noch ein bisschen im Wartezimmer warten. Das Wartezimmer sah eigentlich aus wie in einer ganz normalen Arztpraxis. Ich glaube, an dem Tag hat außer uns dort nur ein Paar gewartet. Wir haben uns kurz begrüßt, ansonsten aber höflich ignoriert. So war das eigentlich auch bei allen anderen Besuchen im Kinderwunschzentrum. Die Patienten sind eher zurückhaltend untereinander, manche grüßen nicht mal. Ich habe aber auch schon gehört, dass es in anderen Kinderwunschzentren anders abläuft und gerade Frauen auch mal miteinander ins Gespräch kommen.

Insgesamt war unser erster Eindruck aber positiv, vor allem wohl, weil die Sprechstundenhilfe relativ freundlich war.

Gespräch und Untersuchung

Nachdem wir ca. 15 Minuten gewartet haben, hat uns unser Arzt abgeholt. Wir fanden ihn beide von Anfang total sympathisch und haben uns auch gefreut, dass er so etwa in unserem Alter ist.

Er hatte unsere Unterlagen schon vor sich auf dem Tisch ausgebreitet, wollte aber trotzdem erstmal von uns hören, was uns in Kinderwunschzentrum führt. Ich habe dann kurz umrissen, wie lange unser Kinderwunsch besteht, von unserer ersten Fehlgeburt erzählt und ihm dann noch gesagt, welche Unregelmäßigkeiten mir an meinem Zyklus aufgefallen sind (z.B. kurze zweite Zyklushälfte, Schmierblutungen etc.).

Im nächsten Schritt hat er uns gesagt, dass wir grundsätzlich aufgrund meines Alters und der vorangegangenen Fehlgeburt ein sogenanntes „high prognosis-Paar“ sind. Und er uns insgesamt sehr gute Chancen ausrechnet, dass wir innerhalb von ein paar Monaten wieder schwanger sind. Außerdem hat er meinen Mann versichert, dass sein Spermiogramm super ist und wir uns ab sofort im weiteren Gespräch und bei der Behandlung auf mich konzentrieren können. Insgesamt waren wir total erleichtert und vor allem mein Mann hat sich natürlich sehr gefreut 😉

Als nächstes sind wir die die Fragebögen im Detail durchgegangen und unser Arzt hat relativ schnell in den Raum gestellt, dass bei mir evtl. Endometriose vorliegen könnte. Wir waren erstmal leicht geschockt, weil ich aus meinen Internetrecherchen schon wusste, dass es damit sehr schwer sein kann, schwanger zu werden.  Der Arzt hat uns erklärt, dass man Endometriose letztendlich sicher nur mit einer Bauch- und Gebärmutterspiegelung abklären kann. Er hat uns deswegen geraten, diesen kleinen Eingriff zeitnah machen zu lassen. Alternativ hat er vorgeschlagen, dass wir auch erstmal mit einer leichten hormonellen Unterstützung (Clomifen) starten könnten. 

Mein Mann und ich waren uns sehr schnell einig, dass wir Gewissheit möchten und haben uns daher für die OP entschieden. Der Arzt hat uns dann noch eine Einweisung fürs Krankenhaus mitgegeben und uns empfohlen, die Spiegelungen dort im gleichen Haus machen zu lassen.

Außerdem hat uns der Arzt noch nahegelegt, dass ich ab sofort eine geringe Dosis L-Thyroxin (50 Mikrogramm) nehmen sollte, weil mein TSH mit 3,3 doch insgesamt nicht gerade kinderwunschoptimal war. Auch dafür haben wir ein Rezept mitbekommen.

Am Ende des Termins hat er mich noch gynäkologisch untersucht und dabei vor allem einen ersten Blick auf die Eierstöcke, Gebärmutter und Follikel geworfen. Die Eizellreserve sah wohl gut aus, was mich sehr beruhigt hat. Das einzige, was ihm negativ aufgefallen ist, war, dass meine Gebärmutter leicht gekippt ist, was wohl auch ein Symptom von Endometriose sein kann.

Nach ca. 30-45 Minuten haben wir uns verabschiedet. Unser beider Eindruck war, dass wir uns bei diesem Arzt gut aufgehoben fühlen und endlich mit unserem Kinderwunsch nicht mehr so alleingelassen sind. Wegen der Verdachtsdiagnose Endometriose war ich einerseits erleichtert, dass wir endlich einen Anhaltspunkt haben, wieso es nicht so leicht ist, schwanger zu werden. Andererseits war es natürlich auch deprimierend, dass tatsächlich so etwas Großes im Raum stand. Ein leicht abweichender Hormonwert, den man vielleicht einfach beheben kann, wäre mir natürlich lieber gewesen.

Fazit

Wenn Du auch bald Deinen ersten Termin im Kinderwunschzentrum hast, kann ich Dich wirklich beruhigen. Es fühlt sich weitgehend wie ein normaler Arzttermin an. Und danach geht es Dir bestimmt besser! Endlich trifft man auf Experten, die sich den ganzen Tag mit nichts anderem beschäftigen als Paare dabei zu unterstützen, schnell schwanger zu werden.

Ich wünsche Dir eine baldige Schwangerschaft!

Deine

Julia Cathérine