Julia Cathérine

endlich zu dritt

DESWEGEN darfst Du niemals aufgeben…Die 5 besten Momente in der Schwangerschaft, für die es sich lohnt durchzuhalten

Auch wenn es am Ende des Tages für mich nie eine echte Option war, unseren Kinderwunsch aufzugeben, hatte ich doch viele schwache Momente. Ich habe mich z.B. immer und immer wieder gefragt, 

– ob ich das richtige tue

– wann der richtige Zeitpunkt für den nächsten Schritt ist

– ob ich das Schwangerwerden zu sehr erzwinge und mir damit selbst im Weg stehe

– ob es auch Alternativen (wie Adoption) für uns gibt 

– und, und, und…

Vielleicht kommt Dir der ein oder andere Gedanke auch bekannt vor?

Aus heutiger Sicht, also mitten in meiner Schwangerschaft, kann ich Dir aber sagen: eine Schwangerschaft ist wirklich so toll, wie man es sich in der Kinderwunschzeit vorstellt. Und es lohnt sich dafür viele, viele Monate oder sogar Jahre zu kämpfen und auch einiges auszuhalten (wie z.B. Fehlgeburten und Hormonbehandlungen). 

Auch wenn eine Schwangerschaft einfach insgesamt so schön ist, gibt es bisher 5 Momente, die für mich herausstechen. Hier sind sie:

1. Der Moment als ich vom positiven Schwangerschaftstest erfahren habe

Nachdem ich schon so viele negative Schwangerschaftstests gemacht habe, wäre es eigentlich auch schön gewesen, von unserer Schwangerschaft durch einen Test zu Hause zu erfahren. Quasi als ausgleichende Gerechtigkeit…Wir haben in diesem Zyklus aber eine IUI gemacht und ich habe mich entschieden, die Ergebnisse vom Bluttest auf mich zukommen zu lassen. 

Umso spannender und nervenaufreibender war es aber auf den Anruf aus dem Kinderwunschzentrum zu warten. Weil ich (wie immer auf der Arbeit) den Anruf nicht persönlich entgegennehmen konnte, musste ich sogar noch bis abends warten. Ich habe nämlich erst ganz in Ruhe zu Hause die Nachricht auf meiner Mailbox abgehört. 

Ich saß also noch halb angezogen auf unserem Sofa und schon bei den ersten Worten der Sprechstundenhilfe wusste ich Bescheid: hier war etwas anders als beim letzten Mal. Und nach wenigen Sekunden bestätigte sich: ich war schwanger!!!Ich werde diesen Moment niemals vergessen: ich hatte sofort Tränen in den Augen und war total erleichtert, dass es endlich soweit war. Es hat sich so schön und gleichzeitig so unwirklich angefühlt

2. Der Moment als ich meinen Mann mit den Neuigkeiten überraschen konnte

Bei meinem ersten positiven Schwangerschaftstest war mein Mann mit dabei und von der zweiten Schwangerschaft haben wir auch gemeinsam kurz vor einer geplanten OP im Krankenhaus erfahren. Ich hatte also bei beiden Schwangerschaften, die leider in einer Fehlgeburt endeten, keine Möglichkeit meinen Mann zu überraschen. Und jetzt bei der dritten Schwangerschaft war dieser Moment endlich da!

Ich habe mir überlegt, dass ich in die Stadt fahre und in der Babyabteilung etwas „eindeutiges“ für ihn kaufe. Das wollte ich ihm dann aufs Kopfkissen legen, sodass er es nachts (wenn er vom Sommerfest seiner Kanzlei zurückkommt) findet.

Weil ich so ungern lüge, habe ich sehr gehofft, dass er mich nicht in der Zwischenzeit anruft und mir etwas an meiner Stimme anmerkt. Das war zwar zum Glück nicht so, aber der Plan hat trotzdem nicht ganz geklappt: Ich habe in der Stadt einen sehr süßen Babyhasen gefunden und bin dann wieder nach Hause gefahren. Mein Mann wollte eigentlich direkt von der Arbeit zum Sommerfest gehen. Umso überraschter war ich als ich die Wohnungstür aufgeschlossen habe und er im Flur stand. Der Hase war zwar in einer kleinen Tüte, hat aber mit dem Kopf oben rausgeschaut und der Blick von meinem Mann ist sofort darauf gefallen. Ihm war dann auch sofort klar, was ich ihm damit sagen will und wir haben uns einfach nur umarmt. Bis heute sind wir wahnsinnig glücklich, dass es geklappt hat und freuen uns jeden Tag wieder neu über meine Schwangerschaft.

3. Der Moment als wir beim Ultraschall den Herzschlag gesehen haben

Weil ich ja schon zwei Fehlgeburten hatte, war für uns diesmal total wichtig mit dieser Schwangerschaft „weiter zu kommen“ als bei den letzten beiden Malen. Ganz, ganz besonders war deshalb auch der Moment als im Kinderwunschzentrum der zweite Ultraschall gemacht wurde. Und tatsächlich das kleine Herz von unserem Baby geschlagen hat!!! 

Ich wusste, dass Fehlgeburten mit diesem kleinen Meilenstein schon deutlich unwahrscheinlicher werden (immerhin weniger als 10 %). Dementsprechend waren wir wahnsinnig erleichtert und spätestens ab diesem Moment war ich eigentlich auch sehr zuversichtlich, dass diesmal alles gut wird. Dieses Gefühlt hat mich durch die ersten 12 kritischen Wochen getragen.

4. Der Moment als wir das Geschlecht erfahren und einen Namen für das Baby ausgesucht haben

Weil mein Frauenarzt auch Pränatal Diagnostiker ist und dementsprechend sehr gute Ultraschallgeräte hat, habe ich schon beim Ultraschall Termin in der 13. Woche auf ein Outing gehofft. Da der Arzt ja eigentlich vor der 15. Woche das Geschlecht nicht verraten darf, hatte ich mich sogar vorbereitet. Und im Internet recherchiert, wie man Jungen und Mädchen auseinanderhalten kann (falls er uns nix sagt) 😉

Mein kleiner Crashkurs hat aber wohl nicht ganz gereicht. Nach dem Ultraschall hatte ich die Vermutung, dass es ein Jungen wird. Ich habe unseren Arzt dann aber einfach gefragt, ob er schon etwas erkennen konnte. Und er hat gesagt, dass er sich zwar schon mal geirrt hat, aber, dass wir wohl ein Mädchen bekommen.

Grundsätzlich war uns das Geschlecht natürlich egal, aber dieser Moment ändert trotzdem ganz viel. Die ganze Schwangerschaft wird innerhalb von Sekunden nochmal viel konkreter, man hat Bilder im Kopf und auch die innerliche Beziehung zum Baby verändert sich.

In den nächsten Wochen haben wir uns dann viel über potentielle Mädchennamen ausgetauscht und seit wir uns dann auf einen Namen vorläufig festgelegt haben und das Baby auch so ansprechen, ist die Beziehung zu ihr nochmal ganz anders geworden. Sie ist jetzt nicht mehr ein „anonymes Baby“, sondern schon heute unsere kleine Tochter.

5. Der Moment als ich das erste Mal Babysachen gewaschen habe

Richtig konkret wurde die Schwangerschaft dann auch nochmal vor ein paar Tagen. Und zwar als ich das erste Mal ein paar Strampler und winzig kleine Spannbettlaken gewaschen habe. Die Sachen dann aufgehängt auf dem Wäscheständer in unserem Arbeitszimmer zu sehen, war total ungewohnt und so schön. Endlich gehören wir zu der Gruppe der Bald-Eltern!

Fazit

Bitte glaub mir: Wir mussten auch sehr viel durchmachen und es sah zwischendrin alles andere als gut für uns aus. Auch ich habe noch vor ein paar Monaten noch nach Wegen gesucht, endlich schwanger zu werden und gehörte zu der Gruppe der Frauen mit Langzeitkinderwunsch. Heute habe ich endlich die Seiten gewechselt, bin schwanger und erwarte in nur wenigen Monaten unser kleines Mädchen. Vielleicht bist auch Du nur einen Zyklus, einmal Sex zum richtigen Zeitpunkt, eine gesunde Eizelle und ein einziges Spermium von Deinem Baby entfernt. Bitte gib also nicht auf!

Ich wünsche Dir eine baldige Schwangerschaft!

Deine 

Julia Cathérine

Der schnellste Weg einen Termin beim Frauenarzt zu bekommen

„Tut mir leid, die nächsten 3 Monate sind wir voll ausgebucht!“

Das sind Worte, die jedem Patienten Ohrenschmerzen bereiten. Bei einem Facharzt hatte ich aber manchmal das Gefühl, dass sie zum Standardrepertoire gehören: beim Gynäkologen. Wer hier auf einen schnellen Termin spekuliert, hofft oft vergebens. Und nicht selten beträgt die Wartezeit bis zu 4 Monate. Wenn es nur um die jährliche Kontrolle geht, ist das natürlich keine große Sache. In meiner Kinderwunschzeit erschienen mir 4 Monate aber wie eine Ewigkeit. Wer sich nach neuem Leben sehnt, hat keine Zeit zu warten. Und so ist jeder verstrichene Tag ein verlorener Tag. (Und noch schlimmer ein verlorener Zyklus).

 Auch du willst dich nicht länger vertrösten lassen? Ich verrate Dir meine Tipps, schneller an einen Termin beim Frauenarzt zu kommen.

1. Persönlich vorbeikommen

Jemanden durch den Telefonhörer abzuwimmeln ist keine große Kunst. Jemanden persönlich abzuwimmeln aber schon. Wer den weiten Weg zur Praxis bereits auf sich genommen hat, wird seltener wieder nach Hause geschickt. Ich zumindest bin davor immer verschont geblieben. Vor Ort musst du vielleicht mit langen Wartezeiten rechnen, erhöhst aber deine Chancen auf eine sofortige Behandlung. Vielleicht kannst du Deinem Glück mit einem kleinen finanziellen Zuschuss in die Kaffeekasse der Sprechstundenhilfen auch ein wenig auf die Sprünge helfen. „Persönlich statt telefonisch“ kann dich deinem Kinderwunsch also schon einmal einen entscheidenden Schritt näherbringen.

2. Zwischen 10 und 11 Uhr anrufen

Sich beim Gynäkologen noch am selben Tag einen Termin zu verschaffen, ist reine Utopie? Nicht unbedingt! Mein persönliches Erfolgsgeheimnis: zwischen 10 und 11. Das sind keine magischen Zahlen, sondern die Zeit, in der Du zum Telefonhörer greifen solltest. Wenn es am selben Tag noch offene Termine gibt, dann weiß es die Praxis meist zwischen 10 und 11 Uhr morgens. Gerade bei schlechtem Wetter rückt dein Nachmittagstermin in greifbare Nähe. Wenn sich ein Patient nicht durch Wind und Wetter zur Behandlung quälen will, springst du natürlich gerne für ihn ein.

3. Anliegen verdeutlichen

Ob Unterleibsschmerzen, Blutungen oder Hormonschwankungen – mach Dein Anliegen klar und deutlich. Denn wenn sich Deutlichkeit auszahlt, dann ist es bei der Terminvergabe beim Frauenarzt. Handelt es sich nämlich um einen besonders dringenden Fall, darfst Du nicht einfach von der Sprechstundenhilfe abgewiesen werden. Du hast Anspruch auf eine fachkundige gynäkologische Betreuung. Und dem nicht genug: Notfälle haben immer Vorrang. Bei akuten Beschwerden müssen dir andere Patienten den Vortritt lassen. Am besten legst Du dir bereits im Vorfeld eine kurze Beschreibung zurecht. Für mehr Sicherheit beim Telefonat empfehle ich Dir außerdem einen Sprechzettel. Die kleine Hilfestellung wirkt wahre Wunder.

4. Keine Nachrichten hinterlassen

Eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter ist keine Garantie für einen schnellen Termin. Im Gegenteil: Wenn keine Rückrufnummer hinterlassen oder zu undeutlich gesprochen wird, kann die Sprechstundenhilfe oft nichts für Dich tun. Mir ist dieser Fehler selbst schon mehrmals passiert. Anstatt der Sprechstundenhilfe habe ich mein Anliegen dankbar dem Anrufbeantworter mitgeteilt – leider jedes Mal ohne Rückruf.

5. Stoßzeiten meiden und flexibel sein

Wer um 8 Uhr morgens oder nach 17 Uhr um einen kurzfristigen Termin bittet, wird kaum Erfolg haben. Denn frühmorgens und nach Dienstschluss sind die Praxen am besten gefüllt. Dasselbe gilt für die Mittagspausen. Umso vielversprechender sind Termine außerhalb der klassischen Stoßzeiten wie vor- und nachmittags. Eine Regel steht aber über allem: Sei flexibel! Wenn Dir die Sprechstundenhilfe einen Termin einräumt, dann nimm ihn wahr – ganz egal ob morgens um 8 oder abends um 19:30 Uhr. Wer weiß, wann sich die nächste Gelegenheit bietet?!

6. Jederzeit einsprungbereit sein

Wenn es mit dem Termin nicht sofort klappen will, ist noch nicht alles verloren. Mit kurzfristigen Absagen ist schließlich den ganzen Tag über zu rechnen. Wichtig ist nur, dass du Deine Einsatzbereitschaft deutlich machst. Hinterlasse bei der Sprechstundenhilfe Deine Nummer! Beim nächsten abgesagten Termin bist du ihr erster Ansprechpartner.

7. Hartnäckig bleiben

Hartnäckigkeit zahlt sich aus. Wer auf seiner Forderung beharrt, wird vielleicht nicht gerade zum Lieblingspatient der Frauenarztpraxis, kommt aber schneller zum Ziel. Nach zwei bis drei Anrufen ist mir der nächste Termin so gut wie sicher.

8. Terminservice nutzen

Trotz aller Bemühungen kann Dich Dein Gynäkologe nicht einschieben? Dann musst Du dennoch nicht auf deine Untersuchung verzichten. Die Terminservices der Krankenkassen und Online-Vermittlungen wie jameda.de haben mich bis jetzt immer einem zuverlässigen Facharzt zugewiesen. Laut einer aktuellen Umfrage der DAK kannst Du mit den flexiblen Diensten sogar bis zu 77 Tage einsparen, wertvolle Zeit, die Du dann mit den wirklich wichtigen Dingen im Leben verbringen kannst.

9. Wartezeiten überbrücken

Ein kurzfristiger Termin hat seinen Preis, seinen zeitlichen Preis. Anstatt die lange Wartezeit aber mit Klatschmagazinen in der Frauenarztpraxis zu vergeuden, kannst Du sie sinnvoll nutzen. Vereinbare mit der Sprechstundenhilfe eine Zeitspanne bis zur Behandlung, in der du ungestört Besorgungen machen kannst! Sei es Einkaufen, Amtserledigungen oder einfach ein Spaziergang – ich versuche immer das Beste aus meiner Wartezeit zu machen.

Ich wünsche Dir eine baldige Schwangerschaft!

Deine

Julia Cathérine

Gehörst Du zu den 15 % der Frauen, die Endometriose haben – und weißt nix davon?

Bis zu unserem ersten Gespräch im Kinderwunschzentrum wäre ich niemals auf die Idee gekommen, dass ich Endometriose haben könnte. Klar – bei meinen Recherchen zum Thema Kinderwunsch war ich schon mal darauf gestoßen und wusste grob, um was es bei dieser Krankheit geht: das Wachstum von Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter. Aber, dass ich selbst davon betreffen sein könnte? Die Frage stellte sich mir einfach nicht.

Häufigkeit

Umso überraschter war ich als unser Arzt diesen Verdacht relativ schnell in den Raum stellte. Vielleicht geht es Dir ähnlich wie mir. Dass Du ebenfalls Endometriose haben könntest, ist nämlich gar nicht so unwahrscheinlich. Insgesamt sind 15 % der Frauen davon betroffen. Und, wenn Du schon länger versuchst, schwanger zu werden und es einfach nicht klappt, spricht einiges dafür, dass Endometriose dahinterstecken könnte: Ärzte in Kinderwunschzentren geben nämlich an, dass ca. 50 % der Frauen, die sich bei ihnen vorstellen, Endometriose haben.

Endometriose und Kinderwunsch

Solltest Du tatsächlich unter Endometriose leiden, ist auf jeden Fall gut davon zu wissen: denn, wenn Du schwanger werden möchtest, ist – obwohl Endometriose meist gutartig ist – Gefahr in Verzug: Endometriose kann nämlich mit der Zeit zu Verwachsungen und Verklebungen an den Eileitern und Eierstöcken führen. Und wenn Deine Eileiter nicht durchlässig sind, können Deine Eizellen nicht zur Gebärmutter wandern. Eine Schwangerschaft ist dann nicht nur unmöglich, sondern es kann schlimmstenfalls sogar zu einer Eileiterschwangerschaft kommen und die kann lebensgefährlich sein.

Ich weiß, dass das alles sehr schlimm klingt, wenn man unbedingt schwanger werden möchte. Auch ich war damals erstmal geschockt. Aber, glaub mir: erkannte Gefahr ist halbe Gefahr. Denn, wenn Du erstmal weißt, wieso es mit der Schwangerschaft nicht klappt, kannst Du richtig darauf reagieren.

Es macht nämlich z.B. keinen Sinn im Kinderwunschzentrum eine Insemination durchführen zu lassen, wenn Deine Eileiter zu sind. Dann wäre vielleicht eine IVF die richtige Kinderwunschbehandlung für Euch. Oder Du gehst erstmal 3 Schritte zurück und stellst Deine Ernährung um. Das kann bei Endometriose nämlich auch wahre Wunder bewirken.

Endometriose Checkliste

Damit Du einschätzen kannst, ob Du auch zu den 50 % der Frauen mit Kinderwunsch gehörst, die betroffen sind, habe ich Dir ein paar Fragen zusammengestellt:

1.Hast Du starke Periodenschmerzen und/ oder starke Blutungen?

Diese Frage fand ich damals persönlich schwer zu beantworten. Was sind schon schwere Schmerzen? Wenn man nämlich gewöhnt ist, Periodenschmerzen zu haben, denkt man irgendwann, dass das normal ist und jedem so geht.

Stutzig machen sollte Dich auf jeden Fall, wenn Du unter Einnahme der Pille wenig oder gar keine Schmerzen hattest. Und die Schmerzen nach Absetzen der Pille deutlich stärker sind oder sogar mit der Zeit zunehmen. Die Pille schaltet nämlich Deinen Zyklus aus und die Endometriose wird dadurch lahmgelegt. Setzt Du die Pille ab und Dein Zyklus kommt wieder in Gang, kommt auch die Endometriose zurück und verursacht Schmerzen.

Ein Indikator für starke Schmerzen ist übrigens auch, dass Du während der Periode Schmerzmittel nehmen musst oder nicht arbeiten gehen kannst.

Von einer „starken Blutung“ kannst Du ausgehen, wenn Du mehr als 5 Tampons/ Binden (normale Größe) brauchst, oder diese häufiger als alle 2 Stunden wechseln musst.

2. Hast Du sonstige Unterleibsschmerzen?

Falls Du auch außerhalb der Periode regelmäßig Schmerzen im Unterleib hast, die auch in den Rücken oder die Beine ausstrahlen können, wäre das ein weiteres Anzeichen. Diese Schmerzen können nämlich durch Verwachsungen von Organen (z.B. Darm und Gebärmutter) entstehen.

3.Hast Du Schmerzen beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang?

Wenn Dir solche Schmerzen bekannt vorkommen, kann es gut sein, dass Du Endometriose am Darm oder der Blase hast.

4.Hast Du Schmerzen beim Sex?

Auch dieses Anzeichen ist für manche Frauen schwer zu erkennen. Wenn zum Sex nämlich schon immer gewisse Schmerzen dazugehören, kann man zu der Überzeugung gelangen, dass das normal ist. Tatsächlich können aber Endometriose-Herde auf den elastischen Haltebändern dafür verantwortlich sein, welche die Gebärmutter im kleinen Becken verankern. Beim Sex kommt es dann zu Bewegungen der Beckenorgane, was wiederum Schmerzen auslöst.

Fazit

Du siehst: Es ist sehr wichtig, dass Du ganz genau in Dich hineinhorchst und Schmerzen nicht als normal abtust, nur weil Du es nicht anders kennst. Solltest Du tatsächlich den Verdacht haben, dass Du so wie ich und viele andere Frauen Endometriose hast, klär das bitte unbedingt mit einem Arzt ab. Denn bei Endometriose kann es wichtig sein, schnell zu handeln.

Trotzdem solltest Du ruhig bleiben: Ich kann Dir versichern, dass Du auch mit Endometriose einige Handlungsoptionen hast.

Ich wünsche Dir eine baldige Schwangerschaft!

Deine

Julia Cathérine

Wie verzichtet man auf Alkohol auf einer Hochzeit?

Im Sommer dieses Jahres hat meine Schwägerin geheiratet. Und es war nicht nur einfach nur eine Hochzeit geplant, sondern ein ganzes Hochzeitswochenende: 3 Tage – vom Polterabend bis hin zum gemeinsamen Frühstück nach dem eigentlichen Fest. So weit so gut. 

Was ich bis wenige Tage vorher allerdings nicht wusste war, dass meine erste Insemination einen Tag vor diesem Wochenende stattfinden sollte. Klar…Wir hatten es uns so ausgesucht. Theoretisch hätte ich mit der IUI auch noch einen Zyklus warten können, aber das hätte dann mit unserem Sommerurlaub kollidiert. Und wie Du weißt, ist es in der Kinderwunschzeit mit der Geduld ja so eine Sache…

Wir haben uns also nur wenige Stunden nach der Insemination auf den Weg zur Hochzeit gemacht. Und schon im Auto wusste ich, dass ich zwei Probleme hatte: 

1. Ich würde nichts trinken können. 

2. Ich würde mir gute Ausreden einfallen lassen müssen, wieso ich nichts trinke.

Das erste Problem habe ich mir im Vorfeld eigentlich schlimmer ausgemalt als es ist. Okay – der Polterabend war schon sehr ungewohnt ohne einen Schluck Alkohol. Hier bin ich ganz ehrlich: Die Stimmung ist halt einfach nicht die gleiche und ich persönlich werde auch einfach früher müde. Aber irgendwie ging es dann doch – vor allem, weil ich mich sehr gefreut habe, die Verwandtschaft von meinem Mann mal wiederzusehen. Und so war der Abend dann doch ganz abwechslungsreich und ging schnell vorbei.

Mehr Sorgen hat mir vor Anfang an der eigentliche Hochzeitstag gemacht. Hier reiht sich eine Gelegenheit, bei der man quasi gezwungen ist, zu trinken, an die andere. Als ich am Samstagmorgen wach wurde, hatte sich dieses Problem allerdings in Luft aufgelöst: Ich hatte starke Halsschmerzen und erhöhte Temperatur. Mein Fokus lag ab sofort also eher darauf, einigermaßen durch den Tag zu kommen. Und an Alkohol war erstmal nicht zu denken. Trotzdem habe ich natürlich wahrgenommen, dass man schon etwas außen vor ist, wenn man bei einem Sektempfang nicht wirklich mit anstößt und auch zu später Stunde an der Cocktailbar habe ich mich etwas deplatziert gefühlt. Abgesehen davon, dass ich krank war und es allein deshalb schon vernünftiger war, nichts zu trinken, habe ich mich selber noch damit motiviert, dass wir am nächsten Tag noch 700 km Autofahrt vor uns hatten und zumindest einer dann einen klaren Kopf haben sollte.

Das zweite Problem war auch weitaus weniger schlimm als gedacht. Zur Tarnung habe ich mir am Polterabend erstmal ein Glas Wein geben lassen und das dann im Laufe des Abends von meinem Mann immer mal wieder unauffällig abtrinken lassen. Ich denke, es ist auf jeden Fall vorteilhaft, wenn man wenigstens einen Eingeweihten hat, der einen ein bisschen unterstützen kann. Tatsächlich wurde ich an dem gesamten Wochenende kein einziges Mal direkt angesprochen, wieso ich nichts trinke. Insgesamt schwieriger wäre es sicher gewesen, wenn meine Familie oder gute Freunde dagewesen wären. Sie kennen mich einfach zu gut und meiner Schwester wäre es auf jeden Fall aufgefallen, wenn ich halbvolle Gläser einfach stehen lasse oder mit meinem Mann teile.

Fazit

Die praktische Umsetzung des „Kein-Alkohol-Plans“ war insgesamt einfacher als gedacht. Mehr zu kämpfen hatte ich aber mit den Zweifeln, ob es richtig ist, mich schon vor einer potentiellen Schwangerschaft so einzuschränken. Aus Erfahrung weiß ich, dass das am Ende nämlich noch die Enttäuschung vergrößert, wenn es wieder mal nicht geklappt hat. Weil wir uns aber im ersten Inseminationszyklus befanden, war für uns die Wahl klar und ich denke, das war richtig so.

Kinderwunschbehandlung und Vollzeitjob: Diese 5 Ausreden schützen Dich vor lästigen Nachfragen

Lässt Du Dich auf eine Kinderwunschbehandlung ein, kommen viele Termine im Kinderwunschzentrum auf Dich zu. Bei meinen zwei IUI-Zyklen waren das z.B.  

  • 2 – 3 Ultraschallkontrollen in der ersten Zyklushälfte (es können aber auch mehr sein)
  • Die Insemination selbst 
  • Der Schwangerschaftstest

Wird bei Dir eine IVF oder ICSI gemacht, hast du statt der Insemination sogar zwei Termine: einen für die Entnahme der Follikel und einen für die Rückübertragung der Embryonen. 

Du siehst: da kommt einiges zusammen und, wenn Du Pech hast, musst Du da sogar mehrmals durch. Mein Hauptproblem waren aber nicht die Termine selbst, sondern meine Arbeit bzw. die Frage: Was soll ich nur meinem Chef sagen? Wie soll ich begründen, wieso ich über mehrere Wochen immer wieder später zur Arbeit komme?

In den zwei Zyklen musste ich mir gezwungenermaßen Ausreden einfallen lassen. Zwei davon habe ich selbst angewendet und die anderen drei habe ich von Freundinnen in der gleichen Situation gehört.  

Was sich von selbst verstehen sollte: ich möchte Euch nicht zur Unwahrheit animieren. Mir liegt es gar nicht, von der Wahrheit abzuweichen – andererseits ist es ein Thema, das man aus sehr guten Gründen nicht mit seinem Chef diskutieren möchte (und übrigens auch nicht diskutieren muss).

Meine 5 glaubwürdigsten Ausreden

Ausrede # 1: Ich habe Zahnarzttermine

Was mir schnell klar war: Ich brauche ein wiederkehrendes gesundheitliches Problem, damit ich mit dieser Ausrede auch wirklich mehrere Termine abdecken kann. In meinem ersten IUI-Zyklus habe ich deswegen vorgegeben, dass ich Probleme mit mehreren Zähnen habe und deshalb auch mehrere Zahnarzttermine wahrnehmen muss.

Ausrede # 2: Ich habe Physiotherapie

Auch hier ist ja üblich, dass man nicht nur einmal zum Physiotherapeuten geht. In meinem zweiten IUI-Zyklus hatte ich deswegen angeblich ein Problem mit meinem Nacken und musste regelmäßig zur Krankengymnastik.

Ausrede # 3: Ich habe eine Magen-Darm-Grippe

Diese Ausrede wäre für mich nur zweite Wahl. So kann man sich zwar eine Woche krankschreiben lassen und ganz gemütlich die Termine in der ersten Zyklushälfte wahrnehmen. Aber was ist, wenn man seine Kollegen nicht für eine Woche im Stich lassen möchte?

Ausrede # 4: Ich habe einen Eingriff beim Gynäkologen

Diese Ausrede hat den Vorteil, dass sie recht nah an der Wahrheit dran ist. In der Regel bekommst du bei gynäkologischen Problemen außerdem keine weiteren Rückfragen gestellt. Und: Du kannst mit Vorbesprechung, Voruntersuchung, Eingriff und Nachkontrolle einige Termine abdecken. Nachteilig ist meiner Meinung nach, dass manche pfiffige Chefin vielleicht den richtigen Riecher hat und ahnen könnte, dass es um eine Kinderwunschbehandlung geht. Vielleicht ist Dir das aber auch egal?

Ausrede # 5: Ich muss zur Blutentnahme wegen Schilddrüsenunterfunktion

Bei dieser Ausrede ist vorteilhaft, dass sie gleich nahelegt, wieso man unbedingt morgens früh zum Arzt muss. Außerdem sind häufige Blutentnahmen in so einem Fall nicht unüblich.

Fazit

Du siehst, man muss kreativ sein. Da ich ein ehrlicher Mensch bin, fiel mir das Lügen aber super schwer und ich hatte immer ein schlechtes Gewissen. Mir war deswegen auch wichtig, die angeblichen gesundheitlichen Probleme nicht auszuschmücken. 

Denkbar ist natürlich auch, dass Du einfach die Karten auf den Tisch legst – d. h. Du weihst Deinen Chef ein und erzählst ihm von Deinem Problem. Das hängt natürlich stark von Eurem Verhältnis und Deiner Situation auf der Arbeit ab.

Wie seid Ihr vorgegangen? Schreibt mir gerne Eure besten Ausreden in die Kommentare. Und: Wer von Euch war ehrlich und wie hat Euer Chef darauf reagiert?

Ich wünsche Dir eine baldige Schwangerschaft!

Deine 

Julia Cathérine

Wie ich auf Nachfragen nach unserem Kinderwunsch im Umfeld reagiert habe

Wenn man über 30 oder frisch verheiratet ist, fragen Freunden, Verwandte oder Kollegen ja gerne nach, ob „man denn nicht auch mal Kinder haben möchte?“. Bei mir kam noch dazu, dass ich mit 28 nochmal eine Ausbildung zur Erzieherin angefangen habe. Somit war klar, dass ich Kinder wirklich mag und ich wurde dann in diesem Zusammenhang wirklich ständig auf das heikle Thema angesprochen.

Je länger wir versucht haben schwanger zu werden, desto schwieriger fand ich es, auf diese Nachfragen eine gute Antwort zu haben. Grundsätzlich bin ich aber so vorgegangen:

Enge Freunde & Verwandte, die es gut mit uns meinen

Mit dem Großteil meiner Freundinnen war ich eigentlich von Anfang an ganz offen. Wenn sie mich rund um unsere Hochzeit gefragt haben, ob wir jetzt auch bald Kinder planen, habe ich immer: „Ja, auf jeden Fall!“ gesagt. In den folgenden Monaten habe ich mit einzelnen Freundinnen auch über meinen Zyklus gesprochen und was wir gerade so versuchen, um schnell schwanger zu werden. Bei den Fehlgeburten war ich dann aber etwas zurückhaltender. Davon wusste am Anfang erstmal nur meine engste Familie. Und auch von den IUI-Zyklen habe ich nur einzelnen Personen erzählt, um den Druck nicht unnötig zu erhöhen.

Im Laufe unserer 2,5 Jahre Kinderwunsch hat sich herausgestellt, dass eine Freundin auch große Probleme hat, schwanger zu werden. Wir hatten dann viele Monate fast täglich Kontakt. Sie wusste eigentlich immer genau, wo ich in meinem Zyklus stehe und hat unsere zweite Fehlgeburt und die IUI-Zyklen hautnah miterlebt. Das war für mich eine riesen Stütze und hat uns total zusammengeschweißt. 

Verwandte, die es evtl. nicht gut mit uns meinen & Kollegen & Bekannte

Anders reagiert habe ich bei Leuten, die wir entweder nicht so gut kennen oder, bei denen ich nicht sicher bin, ob sie es wirklich gut mit uns meinen. 

Wenn wir da auf das Thema Kinder angesprochen wurden, haben wir meistens nur gesagt, dass wir irgendwann mal Kinder möchten, aber keine weiteren Details genannt. Je mehr Zeit nach unserer Hochzeit verstrichen ist, wurden die Nachfragen natürlich etwas drängender. Bei diesen Gesprächen habe ich dann auch gerne mal darauf verwiesen, dass meine Ausbildung ja noch nicht abgeschlossen ist. Das hat uns etwas Puffer verschafft und zum Glück bin ich ja dann sogar 2 Wochen vor Ende meiner Ausbildung schwanger geworden und geblieben.

Fazit

Gerade wenn man ein ehrlicher Mensch ist, ist es in dieser Zeit nicht ganz einfach mit dem Umfeld umzugehen. Aus meiner Sicht ist es wichtig zu unterscheiden, ob jemand aus reiner Neugier fragt oder aus wirklichem Interesse an mir und meinem Leben.

Wie gehst Du mit Nachfragen aus Deinem Umfeld um? Hast Du Dich engen Freundinnen anvertraut oder weiß eigentlich nur Dein Partner von Deinem Kinderwunsch?

Ich freue mich auf Eure Kommentare und wünsche Dir eine baldige Schwangerschaft!

Deine

Julia Cathérine

Meine 7 größten Ängste in 2,5 Jahren Kinderwunsch

Angst # 1: Dass jede Schwangerschaft in einr Fehlgeburt endet

Spätestens nach meiner zweiten Fehlgeburt hatte ich die Befürchtung, dass bei mir etwas gravierend nicht stimmt und ich vielleicht nicht in der Lage bin, ein Baby auszutragen. Ja, ich weiß…Viele Frauen, die heute glückliche Mutter sind, hatten auch Fehlgeburten. Aber irgendwie war es auch nachvollziehbar: Ich war zweimal schwanger – und zweimal endete die Schwangerschaft in einer Fehlgeburt. Das waren somit 100 % meiner Erfahrungen mit Schwangerschaften.

Was mich zusätzlich gestresst hat, war der Gedanke, dass mich ein Kinderwunschzentrum zwar dabei unterstützen kann, schwanger zu werden. Die Schwangerschaft aufrechterhalten muss dann mein Körper aber letztendlich alleine. Da kann dir keiner helfen!

Angst # 2: Dass meine eigenen Ängste, Unsicherheiten und der ganze Kinderwunschstress eine Schwangerschaft verhindern

Oft genug bekommt man als Frau mit Kinderwunsch ja zu hören, dass man sich einfach mal entspannen soll und die Schwangerschaft dann wie von alleine kommt. Grundsätzlich halte ich das für Quatsch. Und es gibt auch Studien dazu, die belegen, dass das nicht so ist (es sei denn das Ganze grenzt an eine Depression).

Trotzdem bleibt so eine gewisse Restunsicherheit und ich habe mich immer wieder gefragt, ob mir nicht doch meine Psyche einen Strich durch die Rechnung macht. Damit hat man dann eine doppelt-doofe Situation: man macht sich verrückt, dass man nicht schwanger wird und hat dann im nächsten Schritt auch noch ein schlechtes Gewissen.

Angst # 3: Dass ich alle Behandlungen im Kinderwunschzentrum ausschöpfe und immer noch nicht schwanger bin

Das wäre für mich wirklich der absolute Super-GAU gewesen. Ich habe es bei einer Freundin gesehen: Dass sie keine Optionen mehr hatte, hat ihr schon sehr schwer zu schaffen gemacht. Und ich weiß nicht, wie ich mit dieser Situation umgegangen wäre. Um dem vorzubeugen habe ich mit meinem Mann besprochen, dass wir – nach erfolglosen IVFs – ins Adoptionsverfahren gehen. Dann hätten wir wenigstens noch einen Plan B gehabt. Das führt mich wiederrum zu meiner nächsten Angst:

Angst # 4: Dass wir auch für eine Adoption schon zu alt sind

Okay, an meinem Alter hätte es nicht wirklich liegen können. Aber mein Mann ist schließlich schon 38 Jahre alt und es kursiert ja immer wieder das Gerücht, dass 40 Jahre so eine unsichtbare Grenze sind – auch wenn es gesetzlich keine Altershöchstgrenze für Adoptiveltern gibt.

Zum Selbstschutz hatte ich deswegen auch schon einen Plan C: Auslandsadoption oder Pflegschaft.

Angst # 5: Dass wieder jemand anderes schwanger wird

Ich weiß: Neid ist (neben Kinderwunsch und Fehlgeburt) ein weiteres Tabuthema. Umso wichtiger es endlich mal auszusprechen: Ich hatte zunehmend Angst, dass mir wieder eine weitere Freundin oder Verwandte offenbart, dass sie schwanger ist. Auch wenn mir natürlich vom Kopf her klar war, dass sie vielleicht schon genauso sehnsüchtig auf ein Baby wartet und es damit absolut verdient hat. Es hat mich trotzdem immer wieder das Gefühl beschlichen, dass wir doch jetzt mal an der Reihe sind. Besonders geärgert hat mich, wenn Freundinnen schwanger wurden, die mir noch ein paar Jahre zuvor erzählt hatten, dass sie sich ja noch gar kein Kind vorstellen können. Dazu muss man wissen, dass ich mir seit ich mit 11 Jahren Babysitten gegangen bin, schon immer ein Kind wünsche und seit ich meinen Mann kenne darauf gewartet habe, dass es endlich „losgeht“.

Angst # 6: Dass ich letzendlich mit der Situation alleine bin

Mein Mann, meine Familie und eine gute Freundin, die auch verzweifelt versucht hat schwanger zu werden, waren in den 2,5 Jahren eine große Unterstützung für mich und wir haben viele, viele Gespräche über das Thema geführt. 

Meinen Mann hat das Ganze natürlich auch mitgenommen, aber trotzdem habe ich gemerkt, dass das Thema (vor allem neben seiner Arbeit) nur einen gewissen Anteil an seinem Leben hat. Was natürlich auch gesund ist. So blieb er wenigstens immer optimistisch. Meine Mutter und meine Schwester waren zwar sehr empathisch, konnten sich aber auch nicht wirklich in mich hineinversetzen. Schließlich waren sie immer sofort schwanger geworden. Und meine gute Freundin mit Kinderwunsch, von der ich mich am besten verstanden fühlte, wurde irgendwann doch schwanger und Mutter. 

Ich hatte deshalb zum ersten Mal in meinem Leben das beängstigende Gefühl, am Ende des Tages mit der Situation ganz alleine dazustehen. Das tägliche Gedankenkarussell erlebt man schließlich nur selbst und auch ich wäre auch diejenige gewesen, die ein Leben ohne Kinder führen muss.

Angst # 7: Dass ich niemals ein eigenes Kind haben werden

Ich denke, das ist die Angst die letztendlich hinter allen anderen Ängsten steht. Die Vorstellung, niemals Mutter zu sein, war für mich so beängstigend, dass sie sich auch heute noch wie eine tosende, kalte, über mir zusammenbrechende Welle anfühlt. Ich kann das auch jetzt, wo alles gut ist, noch richtig körperlich spüren. Vielleicht ein Zeichen, dass ich mich damit heute nochmal auseinandersetzen sollte…

Was ich gegen meine Ängste unternommen habe:

1.Konfrontation

Ich habe alle Ängste aufgeschrieben und versucht in die jeweilige Angst „hineinzugehen“, also mich einzufühlen, statt sie zu verdrängen. Dadurch sind die Ängste schon etwas kleiner geworden und haben an Macht verloren. 

Da ich aber ein Kopfmensch bin, habe ich in einem nächsten Schritt auch noch neben alle Ängste Argumente geschrieben, wieso diese keine tatsächliche Berechtigung haben. 

Beispiel: Ich habe Angst, dass alle Schwangerschaften in einer Fehlgeburt enden àAuch nach 2 Fehlgeburten ist die nächste Schwangerschaft statistisch gesehen zu 65 % intakt 

2. Konzentration auf alle positiven Punkte

Außerdem habe ich mir noch eine Liste gemacht, was beim Thema Kinderwunsch bei mir eigentlich alles gut läuft.

Beispiel: 

  • Ich habe regelmäßige Eisprünge
  • Mein Mann und ich können grundsätzlich zusammen schwanger werden
  • Ich habe noch einige Jahre Zeit, schwanger zu werden

3. Affirmation & Visualisierung

Um mich noch positiver zu stimmen, habe ich eine Zeitlang jeden Morgen vor der Arbeit mit Affirmationen gearbeitet. Eine Affirmation ist ein selbstbejahender Satz, den ich mir selbst immer wieder vorgesagt habe (entweder laut oder im Kopf), um meine Gedanken umzuprogrammieren.

Beispiel: Ich werde eine liebevolle und glückliche Mutter sein

Anschließend habe ich immer noch für ca. 1 Minute eine Situation mit meinem künftigen Baby visualisiert, d. h.  mir im Geiste z. B. bildlich vorgestellt, wie ich auf dem Sofa sitze und mein Baby auf dem Arm halte. Entscheidend ist hierbei, das Gefühl, das man während der Visualisierung empfindet.

4.Vision Board

Kurz bevor ich zum dritten Mal schwanger wurde, habe ich angefangen, mir ein Vision Board zum Thema Kinderwunsch zu gestalten. Manche von Euch kennen diese Form der Visualisierung vielleicht aus „The Secret“.  Das Vision Board ist eine Collage aus Bildern, Stichworten und Affirmationen rund um die eigenen Ziele und Wünsche. In unserem Fall also um den Wunsch, schwanger zu sein. Wie ich dabei genau vorgegangen bin und wie mein Vision Board aussah, erfahrt Ihr hier.

Ich wünsche Dir eine baldige Schwangerschaft!

Deine

Julia Cathérine

Welche Gedanken mir in 2,5 Jahren Kinderwunsch Kraft gegeben haben

Je mehr Zeit vergangen ist nachdem ich die Pille abgesetzt hatte, desto frustrierter, enttäuschter und hoffnungsloser habe ich mich gefühlt. Besonders weil in meinem Leben bisher eigentlich immer alles ganz gut gelaufen ist, konnte ich nur schwer, mit den ständigen Rückschlägen (wie Fehlgeburten, Verdacht auf Endometriose etc.) umgehen. Fast noch schlimmer fand ich aber dieses große „Nichts“. Egal, wie sehr ich mich bemüht habe und egal, was ich ausprobiert habe, hatte ich doch immer das gleiche Ergebnis: Nichts. Ich war am Ende des Zyklus einfach nicht schwanger.

Um nicht völlig zu verzweifeln, habe ich mir zwischendurch immer mal wieder Listen gemacht, was in Bezug auf unseren Kinderwunsch eigentlich doch noch ganz positiv aussieht. Folgende Gedanken haben mir in meiner Kinderwunschzeit Kraft gegeben. 

1. Ich habe noch einige Jahre Zeit

Biologisch gesehen ist 32 Jahre zwar nicht mehr sehr jung. Trotzdem wusste ich aber, dass mir zumindest für Kinderwunschbehandlungen noch einige Jahre Zeit bleiben. Das nimmt wenigstens schon mal etwas Druck aus der Sache!

2. Wir haben noch nicht alles ausgeschöpft

Wir hatten zwar schon viele Zyklen versucht schwanger zu werden, aber längst nicht alle Behandlungsansätze ausgeschöpft. Wenn ich nur ans Kinderwunschzentrum denke, hatten wir schon fest geplant, nach 3 IUIs mit IVFs weiterzumachen. Und das ist ja nur die konservative Reproduktionsmedizin. 

Ich hätte z.B. auch noch konsequent meine Ernährung umstellen, zur Akkupunktur gehen oder Fruchtbarkeitsyoga machen können. Um nur mal ein paar Ideen zu nennen. Und auch über das Thema Eizellspende hatten wir uns noch keine abschließenden Gedanken gemacht.

3. Wir können auch adoptieren oder im Ausland adoptieren

In der Kinderwunschzeit haben wir uns auch immer mal wieder über das Thema Adoption unterhalten. Auch wenn ich mich jetzt total freue, dass wir ein leibliches Kind bekommen und auch die Schwangerschaft total genieße, ist mir in den letzten Jahren klargeworden, dass ich vor allem deshalb ein Kind möchte, weil ich ein Familienleben führen will. Und die Rolle einer Mutter übernehmen möchte. Beides wäre ja auch bei einem adoptierten Kind möglich gewesen. Adoption bzw. Auslandsadoption war deshalb unser absoluter Plan B. 

4. Mein Mann ist offen für Kinderwunschbehandlungen, Adoption etc.

Mit meinem Mann hatte ich bzw. habe ich großes Glück. Er war immer total offen und hat mir keine Steine in den Weg gelegt. Auch gegen ein Spermiogramm hat er sich z.B. nicht gesträubt. So musste ich wenigstens an dieser Front nicht kämpfen und wir haben die Kinderwunschzeit ohne größere Krisen überstanden. Rückblickend hat uns diese Zeit sogar noch enger zusammengebracht.

5. Wir sind grundsätzlich gesund 

Auch wenn bei mir eine leichte Form der Endometriose entdeckt wurde und meine zweite Zyklushälfte doch immer recht kurz war, sind wir beide fruchtbarkeitstechnisch doch grundsätzlich gesund. Es gab zumindest keine Diagnose, die es schwer bis unmöglich gemacht hätte, schwanger zu werden.

6. Die Ärzte im Kinderwunschzentrum rechnen uns große Chancen aus, schwanger zu werden

Aus dem gleichen Grund und vor allem, weil wir schon eine Fehlgeburt hatten, haben uns die Ärzte im Kinderwunschzentrum von Anfang an gute Chancen ausgerechnet, dass wir bald ein Baby haben werden. Dieser Gedanke hat mich immer sehr aufgebaut. Vor allem weil diese Ärzte ja wirklich alle möglichen Fälle vor sich haben und somit gut vergleichen können.

7. Wir können zusammen schwanger werden

Auch wenn die Fehlgeburten der absolute Tiefpunkt in unserer Kinderwunschzeit waren, hatten sie doch etwas Gutes: Sie waren der Beweis, dass mein Mann und ich grundsätzlich zusammen schwanger werden können. Das hat mir gezeigt, dass doch einiges zu klappen scheint: 

  • meine Eizellen sind befruchtungsfähig und wurden auch schon vom Sperma meines Mannes befruchtet
  • die Reise der Eizelle zur Gebärmutter funktioniert
  • die Einnistung klappt

Fazit

Vielleicht erkennst Du Dich ja in einem oder mehreren Gedanken wieder? Oder Du machst einfach Deine persönliche Liste. Ich kann Dir versprechen, dass es sofort wirkt! Noch mehr Wirkung hat die Liste aber bei mir erzielt, wenn ich sie regelmäßig durchgelesen habe. Nur so konnten die Gedanken sich langsam in meinem Kopf verfestigen.

Ich wünsche Dir eine baldige Schwangerschaft!

Deine

Julia Cathérine

Man kann auch durch IUI schwanger werden (Unsere Erfolgsgeschichte im 2. Versuch)

Als uns unser Arzt im Kinderwunschzentrum empfohlen hat, dass wir doch erstmal mit 2-3 IUIs starten könnten bevor wir zu drastischeren Maßnahmen (d. h. „echten“ künstlichen Befruchtungen) greifen, war ich erstmal skeptisch. Ich hatte im Hinterkopf, dass durch Inseminationen nicht viel mehr Frauen schwanger werden als in einem regulären Zyklus. Und auch meine Recherche in Kinderwunschforen hatte ergeben, dass es so selten vorkommt, dass Paare damit tatsächlich Erfolg haben.

1. Versuch

Dementsprechend bin ich in den ersten IUI-Zyklus mit der Überzeugung gegangen, dass das wohl eher nix wird und wir jetzt einfach diese 3 Versuche hinter uns bringen müssen. Ich konnte dem Ganzen immerhin abgewinnen, dass ich so schon mal das Spritzen üben und den ganzen Ablauf im Kinderwunschzentrum kennenlernen konnte.

Dieser erste Versuch hatte dann letztendlich auch nicht die allerbesten Voraussetzungen: meine Gebärmutterschleimhaut war kurz vor dem Eisprung nur 6-7 mm hoch aufgebaut. Ideal sind wohl mindestens 8mm. Neben meiner allgemeinen Skepsis war ich auch deswegen nach der Insemination selbst und der anschließenden 14tägigen Wartezeit nicht besonders optimistisch.

Trotzdem habe ich 1 oder 2 Tage vor dem Bluttest im Kinderwunschzentrum zu Hause einen Schwangerschaftstest gemacht. Und trotzdem hatte ich natürlich eine gewisse Rest-Hoffnung. Dieses Fünkchen Hoffnung geht ja in der Kinderwunschzeit nie ganz verloren.

Leider hat sich diesmal aber mein schlechtes Bauchgefühl bestätigt: Der Test war…negativ.

2. Versuch

Direkt nach dem erfolglosen 1. Versuch hatte ich natürlich noch weniger Vertrauen in IUIs als sowieso schon. Wir sind im nächsten Zyklus erstmal in den geplanten Sommerurlaub zum Wandern nach Österreich gefahren. Dort konnte ich insgesamt ganz gut entspannen, aber zwischendurch kam immer mal wieder die Angst hoch, wie es weitergeht, wenn mir auch das Kinderwunschzentrum nicht helfen kann. Um einen Plan B zu haben, habe ich mich in diesem Urlaub dann auch zum ersten Mal intensiv mit dem Thema Adoption beschäftigt und in den Bergen zwei Bücher darüber gelesen.

Als wir aus dem Urlaub zurückkamen, ging es ziemlich zügig mit dem 2. IUI-Versuch weiter. Ich hatte erstmal ein Gespräch (inkl. Ultraschalluntersuchung) mit meinem Lieblingsarzt im Kinderwunschzentrum. Er konnte mich etwas beruhigen, indem er mir gesagt hat, dass es ganz normal ist, dass es beim 1. Versuch nicht klappt. Und: dass wir nach 2 oder 3 Versuchen insgesamt ganz gute Chancen haben sollten.

Ich bin also diesmal mit einem besseren Gefühl in die erste Zyklushälfte gestartet. In dieser Zeit habe ich auch begonnen ein paar Minuten pro Tag (in der Regel morgens vor der Arbeit) zu visualisieren, wie meine Follikel jeden Tag wachsen und dabei von den Hormonspritzen unterstützt werden. Kurz vor der zweiten Ultraschallkontrolle habe ich mir außerdem vorgestellt, wie mein Arzt mir sagt, dass es 1-2 sehr schöne Follikel gibt. Und tatsächlich war es dann auch so: schon am Zyklustag 11 (was für meine langen Zyklen wirklich sehr früh ist), gab es einen tollen Leitfollikel und mein Arzt hat mich und meinen Körper für die gute Arbeit sehr „gelobt“.

2 Tage später sollte schon die Insemination stattfinden und in der Phase bis dahin habe ich versucht einen möglichst positiven Bezug zu meinem Arzt aufzubauen. Dazu habe ich mir mehrmals aufgeschrieben, wie dankbar ich bin, dass ich so einen kompetenten und sympathischen Arzt habe, dem ich vertraue.

Am Tag der Insemination war ich zwar aufgeregt, aber insgesamt optimistisch und habe mich auf meinen Arzt gefreut. Umso größer war der Schock, dass nicht mein Arzt, sondern seine Kollegin die Insemination durchführen sollte. Ich habe versucht, mich dadurch nicht zu sehr aus dem Konzept bringen zu lassen. Mein Vertrauen in die Ärztin wurde auch gleich dadurch gestärkt, dass sie bei IUIs einen „Spezialtrick“ hat: sie hatte wohl mal bei einer Patientin in der Vergangenheit herausgefunden, dass es leichter war die Insemination durchzuführen, wenn die Blase gefüllt ist. Und seitdem macht sie das bei jeder IUI so.

Noch zuversichtlicher wurde ich nachdem ich erfahren habe, dass meine Gebärmutterschleimhaut diesmal 11mm aufgebaut ist – also gerade im Vergleich zum 1. Versuch ein super Ergebnis. Ich bin dann mit einem guten Gefühl aus dem Kinderwunschzentrum gegangen und habe versucht, dass in den nächsten 14 Tagen auch aufrechtzuerhalten. Dazu habe ich mir fast täglich geführte Kinderwunschmeditationen angehört und mir immer wieder die guten Voraussetzungen in diesem Zyklus vor Augen geführt.

Diesmal habe ich keinen Schwangerschaftstest zu Hause gemacht und einfach alles auf mich zukommen lassen. Bis dahin hatte ich keine richtige Tendenz, ob es geklappt haben könnte oder nicht. Wie immer konnte ich die Anrufe des Kinderwunschzentrums auf der Arbeit nicht entgegennehmen. Als ich nach der Arbeit auf mein Handy geschaut habe und gesehen habe, dass das Kinderwunschzentrum insgesamt 3 Mal versucht hatte, mich zu erreichen, hatte ich aber eine komische Vorahnung. Das war nämlich nicht typisch und beim letzten Mal hatten sie einfach kurz auf meine Mailbox gesprochen, dass es leider nicht geklappt hat.

Ich bin dann total aufgeregt mit dem Auto nach Hause gefahren und habe mir sofort, noch halb angezogen, auf der Kante vom Sofa sitzend, die Nachricht auf meiner Mailbox angehört. Schon bei den ersten Worten der Sprechstundenhilfe wusste ich Bescheid: hier war etwas anders als beim letzten Mal. Und nach wenigen Sekunden bestätigte sich: ich war schwanger!!! Ich werde diesen Moment niemals vergessen: ich hatte sofort Tränen in den Augen und war total erleichtert, dass es endlich soweit war. Es hat sich so schön und gleichzeitig so unwirklich angefühlt. Und endlich, endlich würde auch der Moment kommen, auf den ich schon so lange gewartet hatte:  Ich konnte meinen Mann mit dieser tollen Nachricht überraschen. Wenn Du erfahren möchtest, wie ich das gemacht habe, kannst Du hier mehr erfahren.

Fazit

Trotz meines anfänglichen Pessimismus war schon der 2. IUI-Versuch erfolgreich! Wie ich mir das erkläre? Versteh mich bitte nicht falsch: Ich denke auf keinen Fall, dass meine positiven Gedanken und Meditationen allein dafür verantwortlich waren, dass der 2. geklappt hat. Schließlich waren ja auch meine körperlichen Voraussetzungen (z.B. Gebärmutterschleimhaut) im 2. Zyklus einfach besser und natürlich ist es auch statistisch betrachtet wahrscheinlicher, dass es innerhalb von zwei Zyklen und nicht gleich beim ersten Mal klappt. Trotzdem habe ich mich insgesamt viel ausgeglichener gefühlt. Und ganz egal, wie es ausgegangen wäre, fühle ich mich lieber schon während des gesamten Zyklus gut.  Aber sogar eine schlechte Nachricht hätte ich diesmal viel besser weggesteckt. Ich war einfach gefestigter und habe gespürt, dass mein Wohlbefinden nicht ausschließlich von dem Ergebnis vom Schwangerschaftstest am Zyklusende abhängig ist.

Im Nachhinein habe ich außerdem erfahren, dass unsere individuellen Voraussetzungen für eine IUI viel besser waren als angenommen, weil z.B. bekannt war, dass meine Eileiter durchlässig sind. Vielleicht ist es ja bei Dir genauso? Ob eine IUI insgesamt für Dich und Deinen Partner passen könnte, kannst Du hier testen.

Ich wünsche Dir eine baldige Schwangerschaft!

Deine

Julia Cathérine

Wieso ich (wie fast alle Frauen) ein Problem damit hatte, dass mein Partner anders mit dem Kinderwunsch umgeht und was Du dagegen tun kannst

Wenn der Kinderwunsch noch ganz frisch ist, ist alles ganz einfach: alles ist neu und aufregend. Ich habe mich damals ein bisschen wie am Anfang unserer Beziehung gefühlt. Der gemeinsame, für alle anderen geheime, Herzenswunsch hat uns in dieser Zeit noch mehr zusammengeschweißt. Und nach so vielen Jahren Pille ist auch der erste Sex ohne Verhütung einfach etwas Besonderes. 

Leider lässt diese Aufregung nach ein paar Monaten nach und es haben sich, bei mir, erste Zweifel eingeschlichen. Ob mit unserer Fruchtbarkeit wirklich alles okay ist? Mein Mann war damals total optimistisch und hat meine Sorgen abgetan. Das war in dieser Zeit für mich aber kein Problem – insgeheim habe ich ja gehofft, dass er recht hat und wir einfach etwas Geduld haben müssen.

Das erste Mal gefühlsmäßig so richtig auseinander lagen wir ein paar Woche nach meiner ersten Fehlgeburt. Wir waren aus dem Urlaub zurück, mein Mann ist wieder zur Arbeit gegangen und ich hatte insgesamt den Eindruck, dass er einfach wieder voll und ganz im Alltag angekommen ist. Bei mir kam zu diesem Zeitpunkt aber erst so richtig die Erkenntnis hoch:

„Krass – ich hatte eine Fehlgeburt!“

Bei mir haben sich in diesen Wochen sehr viele Gedanken um die Fehlgeburt gedreht und vor allem auch um die Frage, was das jetzt für künftige Schwangerschaften heißt. Mein Mann war zwar traurig, aber das hat – aus meiner Sicht – nur einen kleinen Teil in seinem Leben eingenommen. Er war weiter optimistisch, dass wir bald ein Baby haben werden und hat sich darüber gefreut zu wissen, dass wir immerhin gemeinsam schwanger werden können. Ich habe in dieser Zeit zum ersten Mal realisiert, dass ich am Ende des Tages mit meinen Gefühlen wohl alleine bin. Abgesehen von ein, zwei kleineren Streits hat das aber zu keinen Unstimmigkeiten zwischen uns geführt. Ich fand seine Einstellung ja immer noch hilfreich und habe gehofft, dass ich vielleicht einfach zu sorgenvoll bin.

Wirklich toll war, dass mein Mann in den nächsten Monaten für alle weiteren Schritte (Spermiogramm, Kinderwunschzentrum, Bauch- und Gebärmutterspiegelung, Inseminationen etc.) offen war und wir uns auch beim Zeitplan immer schnell einig waren. Ich denke dadurch konnten wir wirklich gravierende Probleme, die Paare mit Kinderwunsch haben können, erfolgreich umschiffen. 

Eine wirklich schwierige Zeit war dennoch die Phase nach meiner zweiten Fehlgeburt und die beiden Inseminations-Zyklen. Nach der zweiten Fehlgeburt war ich sehr schockiert, vielleicht sogar traumatisiert, weil der gesamte Verlauf der Fehlgeburt sich so lange hingezogen hat und von vielen Auf und Abs geprägt war. Ich war jetzt sicher, dass bei mir ernsthaft etwas nicht stimmt und hatte die Befürchtung, dass vielleicht jede Schwangerschaft in einer Fehlgeburt enden könnte. Dementsprechend verständnislos habe ich darauf reagiert, wenn mein Mann weiter unbeirrt die Ansicht vertreten hat, dass wir am Ende doch noch ein Baby haben werden. Für mich hat sich das damals so angefühlt, als ob er mich und die „Tatsachen“ (2 Fehlgeburten und Endometriose), nicht ernstnimmt. Dadurch habe ich mich teilweise sehr getrennt von ihm gefühlt. Zwischenzeitlich hat sich unser Kinderwunsch dann sogar eher nach meinem, statt nach unserem Projekt angefühlt.

Eine richtige Lösung für dieses Gefühl des Getrenntseins habe ich dann lustiger weise erst in dem Zyklus gefunden, in dem ich letztendlich schwanger geworden und geblieben bin. Mir ist damals richtig bewusst geworden, dass wir unbedingt an einem Strang ziehen müssen und ich mich nicht mehr als Einzelkämpferin fühlen darf. Mit dieser Erkenntnis habe ich mich hingesetzt und mir aufgeschrieben, wofür ich meinem Mann (in Bezug auf das Kinderwunschthema) dankbar bin. Also z. B., dass er ohne sich zu beschweren zum Spermiogramm geht oder auch, dass er offen für eine Adoption ist. Dadurch wurde mir gleich wieder klarer, dass das alles nicht selbstverständlich ist und er mich doch so gut unterstützt, wie er kann. Danach habe ich noch eine Liste gemacht, in der ich gesammelt habe, was er unserem künftigen Baby alles Positives mitgeben kann und mich dabei vor allem auf die Punkte konzentriert, die bei mir vielleicht nicht so toll ausgeprägt sind (z. B. unerschrocken sein, groß denken etc.). Auch dadurch wurde mir sofort wieder deutlich, dass es hier immer noch um unser künftiges Baby geht, das uns beide brauchen wird. 

Ich wünsche Dir, dass Du mit Deinem Partner immer wieder zusammenfindest und Ihr auch, wenn es manchmal schwierig ist, versucht Verständnis für die Perspektive des anderen einzunehmen!

Deine

Julia Cathérine

IUI: Pünktliches Spritzen in den Alltag integrieren

Wenn Du, wie ich, eine IUI im stimulierten Zyklus machst, wirst Du Dir voraussichtlich selbst Hormone spritzen müssen – es sei denn Du bekommst Clomifen in Tablettenform. Das Spritzen selbst fand ich, wenn man sich erstmal überwunden hat, gar nicht mal so schlimm. Schwieriger war es für mich, das Spritzen irgendwie in den Alltag zu integrieren.

Insgesamt geht es dabei um zwei verschiedene Spritzen:

FSH Stimulation

In der ersten Zyklushälfte musste ich zwischen dem 4. und 10. Zyklustag Gonal-F spritzen. Der Knackpunkt dabei ist, dass man das jeden Tag zur gleichen Uhrzeit machen soll, mit einem Spielraum von ca. 1 h. Außerdem hat mir das Kinderwunschzentrum geraten, abends zu spritzen. Hintergrund ist, dass am 11. Zyklustag morgens per Ultraschall kontrolliert wird, ob ein oder mehrere Follikel schon sprungbereit sind. Je nach Ergebnis, muss man dann weiter Gonal-F spritzen oder auch nicht. Wenn man an diesem Morgen aber schon eine Dosis gespritzt hat, ist man dann einfach nicht mehr so flexibel und es kommt vielleicht schneller zum Eisprung als man das möchte. Timing is everything (vor allem beim Thema Kinderwunsch).

Wenn ich nur so auf meinen Alltag von Montag bis Freitag geschaut habe, wäre es für mich am sinnvollsten gewesen, einfach nach der Arbeit, so ca. um 17:30 zu spritzen. Problem war aber, dass das Spritzen ja auch am Wochenende sein musste. An dem Wochenende in meinem zweiten IUI-Zyklus waren wir z. B. einmal tagsüber auf einem Geburtstag eingeladen und einmal am frühen Abend zum Essengehen verabredet. 

Ich habe also hin- und herüberlegt und mich letztendlich entschieden, grundsätzlich um 18:30 zu spritzen. So wusste ich, dass wir bei der Geburtstagseinladung bis ca. 19:00 bleiben konnten, damit ich an diesem Tag ausnahmsweise spätestens um 19:30 spritzen konnte. Und auch das Essengehen war kein Problem – wir waren für 18:00 verabredet und ich konnte ganz entspannt vorher spritzen.

Übrigens: Wenn es in diesem Sommer nicht so super heiß gewesen wäre, wäre alles leichter gewesen. Gonal-F kann man nämlich nach dem Öffnen bei Zimmertemperatur aufbewahren, also auch in der Tasche mitnehmen. Zimmertemperatur heißt aber maximal 25 Grad und die hatten wir diesen Sommer ja quasi ständig überschritten. Darum war ich also örtlich gebunden und konnte die Spritze nicht einfach mitnehmen, musste sie also vor- oder nachher, noch zu Hause nehmen.

Auslösespritze

Richtig gestresst hat mich dann aber die HCG-Spritze, die den Eisprung auslöst. In meinem Fall war das übrigens Ovitrelle. Das Kinderwunschzentrum hatte mir gesagt, dass ich das am 12. Zyklustag um 15:00 spritzen soll. Ich arbeite ja in einem Kindergarten und wusste gleich: das wird schwierig… Ausgerechnet an diesem Tag ist auch noch mein Kollege früher gegangen. Ich musste also ca. 18 Kinder im Auge behalten und gleichzeitig noch möglichst genau um 15:00 mit meiner Spritze auf der Toilette verschwinden. 

Zum Glück war schönes Wetter! Ich bin mit den Kindern kurz vor 15:00 nach draußen gegangen und habe einer Kollegin Bescheid gesagt, dass ich schnell mal zur Toilette muss. Die Spritze auf so einer engen und nicht besonders sauberen Toilette zu setzen, war zwar nicht ganz einfach, aber im Endeffekt hat ja alles geklappt.

Fazit

Ich bin froh, dass ich diesen Stress nur zweimal durchmachen musste. 

Schwierig stelle ich mir das Spritzen auch im Urlaub oder bei Besuch bei Verwandten vor. Oder wie machen das Frauen, die abends sehr lange arbeiten?

Wie habt Ihr das gemacht? Ich bin gespannt, auf Eure Kommentare!

Deine

Julia Cathérine 

Der schnellste Weg einen ersten Termin in der Kinderwunschklinik zu bekommen

Als wir uns damals entschlossen haben, dass es an der Zeit ist, dass wir uns in einem Kinderwunschzentrum vorstellen wollen, war mir klar, dass wir auf den ersten Termin bestimmt etwas warten müssen. Ich hatte schon ein bisschen im Internet recherchiert und damit gerechnet, dass jetzt schlimmstenfalls 2-3 Monate Wartezeit auf uns zukommen. Tatsächlich waren es sogar 3,5 Monate!!!

Damit es bei Euch vielleicht etwas schneller geht, habe ich mittlerweile ein paar Ideen gesammelt, was man so machen kann, um das Ganze zu beschleunigen.

1. Persönlich vorbeigehen

Meine Erfahrung mit anderen Ärzten hat gezeigt, dass ich vor Ort viel seltener abgewimmelt werde. Oder anders gesagt: Wenn ich der Sprechstundenhilfe gegenüberstehe, fällt es mir leichter, einen guten Kontakt zu ihr aufzubauen und gleichzeitig rüberzubringen, dass mir der Termin sehr wichtig ist. 

2. Zeig, dass Du flexibel bist

Wenn Du einen Termin angeboten bekommst, der ein paar Monate in der Zukunft liegt, kannst Du ihn ja (zur Sicherheit) erstmal annehmen. Was Du im nächsten Satz aber tun solltest: Frag, ob die Möglichkeit besteht, dass Du einspringst sobald jemand, einen Termin absagt. Das wäre dann sogar eine Win-win-Situation für Dich und die Praxis!

Auch eine schöne Möglichkeit: Ruf am späten Montagvormittag an und frag, ob für diese Woche Termine abgesagt wurden, bei denen Du dann gerne einspringst.

3. Ruf nochmal an

Wenn Dir ein Termin in weiter Ferne angeboten wird, ist auch eine Möglichkeit, zu sagen, dass Du das erst noch kurz mit Deinem Mann besprechen willst. Entweder Du rufst ein paar Tage später nochmal an und hast dann die Chance mit einer anderen Sprechstundenhilfe zu sprechen, zu der Du vielleicht einen besseren Draht hast. Oder Du lässt einfach mal Deinen Mann dort anrufen. Gerade im Kinderwunschzentrum ist das die absolute Ausnahme und Männer erreichen, allein schon deshalb, manchmal mehr.

4. Sei konkret und untertreib nicht

Du bist bescheiden und denkst, andere Kinderwunschleidende sind bestimmt viel schlimmer dran als Du? Jetzt ist der falsche Zeitpunkt, zurückhaltend zu sein. Beschreib bei Deinem Anruf im Kinderwunschzentrum möglichst konkret Deine Probleme (z.B. sehr lange, unregelmäßige Zyklen, Verdacht auf Endometriose etc.) und spiel auch die Dauer von Eurem Kinderwunsch nicht runter. Dein Kinderwunsch besteht seit Ihr nicht mehr verhütet und nicht etwa seit Du eine bombensichere Methode gefunden hast, wie Du Deinen Eisprung auf bis zu 6h eingrenzt 😉

5. Bleib hartnäckig

Wir waren einmal in der Situation, dass wir nach einer Fehlgeburt einen neuen Termin im Kinderwunschzentrum ausmachen wollten, also eigentlich einen Folgetermin. Die Sprechstundenhilfe, die mein Mann am Telefon hatte, wollte uns aber wie Neupatienten behandeln und hat uns einen Termin 3 Monate später angeboten. Nach der zweiten Fehlgeburt waren aber unsere Nerven dementsprechend strapaziert und unsere Geduld aufgebraucht. Mein Mann war deswegen extrem deutlich, dass das für uns wirklich undenkbar ist und wir zeitnah Hilfe brauchen. Nach einigem Hin und Her haben wir dann einen Termin zwei Tage später bekommen. Auch hier hatte jemand kurzfristig abgesagt.  

Hartnäckigkeit zahlt sich oft aus. Was dabei aber total wichtig ist: bleib unbedingt ganz freundlich, sonst erreichst Du in den meisten Fällen nichts. Außerdem willst Du ja auch in Zukunft mit einem guten Gefühl ins Kinderwunschzentrum gehen und die Sprechstundenhilfen haben – aus meiner Sicht – einen enormen Einfluss auf die Atmosphäre vor Ort.

Wie lange musstet Du auf Deinen ersten Termin im Kinderwunschzentrum warten? Und hast Du auch schon Erfahrungen gemacht, wie man schneller an Arzttermine kommt?

Ich wünsche Dir eine baldige Schwangerschaft!

Deine

Julia Cathérine

Wieso es für mich so wichtig war, meine Schilddrüse zu checken

Wenn ich auf meine 2,5 Jahre Kinderwunsch zurückblicke, beschleicht mich immer wieder das Gefühl, dass meine Schilddrüse (bzw. ihre nicht optimale Einstellung) doch einen erheblichen Einfluss auf das Zustandekommen meiner 3 Schwangerschaften und insbesondere aber leider auch meiner 2 Fehlgeburten hatte.

Wie ich darauf komme? Schauen wir uns die 3 Schwangerschaften doch mal genauer an:

Schwangerschaft 1: 

Zufällig wurden in dem Zyklus, wo ich letztendlich auch zum ersten Mal schwanger wurde, von meinem Frauenarzt meine Schilddrüsenwerte (TSH, freies T3 und freies T4) überprüft. Das Ergebnis lag mir aber erstmal nicht vor und ein paar Tage später hatte ich endlich nach ziemlich genau einem Jahr Kinderwunsch einen positiven Schwangerschaftstest in der Hand. Wir waren natürlich überglücklich. Leider endete diese Freude nach knapp einer Woche ziemlich abrupt mit meiner ersten Fehlgeburt. 

Kurz danach war ich bei meinem Frauenarzt, damit er nachschauen konnte, ob bei dem natürlichen Abgang auch tatsächlich nichts zurückgeblieben ist (was zum Glück auch so war). Bei der Gelegenheit habe ich ihn nach den Schilddrüsenwerten gefragt. Sein Kommentar war: „So schlecht können sie ja nicht sein – sonst wären Sie ja gar nicht schwanger geworden.“

Leider war das Ergebnis für mich als Kinderwunschpatientin sagen wir mal eher suboptimal:

Ob meine Fehlgeburt tatsächlich etwas damit zu tun hatte, werde ich natürlich nie sicher wissen. Die Voraussetzungen für eine stabile Schwangerschaft waren aber zumindest nicht ideal.

Durch den Kommentar meines Frauenarztes und seine Ermutigung, es einfach erstmal weiter zu versuchen, habe ich mir aber erstmal keine weiteren Gedanken gemacht.

Gut ein halbes Jahr später (ich war in der Zwischenzeit nicht wieder schwanger geworden), habe ich mit meinem Frauenarzt vereinbart, dass wir meine Hormone nochmal genauer unter die Lupe nehmen. Dabei wurden u. a. auch wieder meine Schilddrüsenwerte überprüft. Diesmal hat mir die Sprechstundenhilfe die Werte am Telefon mitgeteilt:

  • TSH = 3,30
  • Freies T3 = 3,25
  • Freies T4 = 1,19

Sie hat dazu noch gesagt, dass das TSH vielleicht etwas hoch wäre, man da aber trotzdem erstmal nichts machen müsste. Das kam mir sofort komisch vor, wusste ich doch mittlerweile, dass Kinderwunschzentren ein TSH von ungefähr 1 anstreben.

Abends habe ich meinem Mann gesagt, dass ich mich von der Frauenarztpraxis in meinem Kinderwunsch nicht ganz ernst genommen fühle und gerne mal eine zweite Meinung einholen würde. Wir haben dann zügig einen Termin in einem Kinderwunschzentrum vereinbart, mussten dann aber noch fast 4 Monate auf unseren ersten Termin warten.

Schwangerschaft 2: 

In unserem ersten Gespräch im Kinderwunschzentrum hat sich der Arzt u.a. unsere Vorbefunde angesehen. Meine Schilddrüsenwerten sind ihm gleich ins Auge gefallen und er hat vorgeschlagen, dass ich ab sofort L-Thyroxin in einer niedrigen Dosis (50 Mikrogramm) nehmen sollte. 

Ich habe mir das Medikament besorgt und sofort mit der täglichen Einnahme gestartet. Das muss kurz vor meinem Eisprung gewesen sein. 

Verrückterweise bin ich noch im gleichen Zyklus wieder schwanger geworden. Das Kinderwunschzentrum hat dann bei der Blutentnahme, mit der die Schwangerschaft bestätigt werden sollte, auch das TSH bestimmt und es war immerhin schon auf 1,9 gesunken.

Auch diese Schwangerschaft ist leider in einer Fehlgeburt geendet und auch hier wissen wir natürlich nicht sicher, ob das L-Thyroxin ausschlaggebend für die Schwangerschaft war und, was die Ursachen für die Fehlgeburt waren. Für mich war es aber schon bemerkenswert, dass ich ausgerechnet in dem Zyklus schwanger geworden bin, in dem die einzige „Abweichung“ das L-Thyroxin war (und das nach neun erfolglosen Übungszyklen, gerechnet ab der Fehlgeburt). 

Schwangerschaft 3: 

Nach der Fehlgeburt habe ich die Einnahme vom L-Thyroxin reduziert (von 50 Mikrogramm auf 25 Mikrogramm), weil ich festgestellt hatte, dass ich dadurch Herzrasen bekommen habe. Und das war wirklich sehr unangenehm.

Ein paar Monate später habe ich die Hausärztin gewechselt. Eines ihrer Spezialgebiete sind wohl Schilddrüsenerkrankungen und daher hat sie mir von sich aus angeboten, dass ich die doch mal überprüfen könnte. Dabei kam folgendes raus:

Da ich ihr von meinem Kinderwunsch erzählt habe, hat sie vorgeschlagen, dass man die Werte doch noch etwas optimieren könnte und mir deswegen geraten, die L-Thyroxin Dosis von 25 Mikrogramm auf 37,5 Mikrogramm zu erhöhen. 

Zu diesem Zeitpunkt war ich etwas frustriert und habe mich deswegen nicht gleich um das neue Medikament (ich musste den Hersteller wechseln) gekümmert. Ein paar Wochen später habe ich dann aber doch mit der Einnahme begonnen… und ratet mal: Im gleichen Zyklus bin ich wieder schwanger geworden!!!

Auch hier wurde zu Beginn der Schwangerschaft durch das Kinderwunschzentrum das TSH bestimmt und es lag diesmal, fast wie im Lehrbuch, bei 1,02.

Auch diesmal werden wir nie wissen, was für meine Schwangerschaft ausschlaggebend war, schließlich fand in diesem Zyklus auch die zweite Insemination statt.

Fazit

Insgesamt ist für mich persönlich dennoch ein gewisser Zusammenhang zwischen meinen Schilddrüsenwerten und meinen Schwangerschaften und Fehlgeburten erkennbar – was ja auch absolut Sinn macht, wenn man sich vor Augen führt, dass eine Schwangerschaft einen ausgeklügelten Mix an Hormonen erfordert und diese schließlich von der Schilddrüse gebildet werden.

Ich würde Euch also definitiv raten, nicht zu lange damit zu warten, Eure Schilddrüse überprüfen zu lassen. Ich habe schon von einigen Frauen gehört, die nach Monaten oder Jahren des unerfüllten Kinderwunsches nur mit einer kleinen Optimierung der Schilddrüsenwerte endlich schwanger geworden und geblieben sind.

Ich wünsche Dir eine baldige Schwangerschaft!

Deine

Julia Cathérine

Was passiert beim ersten Termin im Kinderwunschzentrum?

Wenn bei Dir demnächst auch der erste Termin im Kinderwunschzentrum kurz bevorsteht, geht es Dir vielleicht wie mir damals und Du möchtest schon vorher möglichst genau wissen, was Dich dort so erwartet. Ich habe deswegen heute für Dich meine Erfahrungen vom ersten Besuch im Kinderwunschzentrum in Frankfurt zusammengefasst.

Vorbereitung

Als wir im Kinderwunschzentrum angerufen haben, haben wir erst einen Termin in 3,5 Monaten bekommen. Das war natürlich ein Schock. Aber immerhin hatten wir so genügend Zeit, alle Unterlagen zusammenzustellen, die das Kinderwunschzentrum beim ersten Termin vorliegen haben möchte.

Im Detail waren das:

  • Überweisung vom Frauenarzt
  • Befund Krebsvorsorge
  • Befund Chlamydien-Diagnostik
  • Spermiogramm
  • Impfpass
  • Hormonstatus

Außerdem gibt es bei unserem Kinderwunschzentrum noch so einen Fragenbogen, den man ausgefüllt mitbringen soll. Bzw. es sind sogar zwei Fragebögen – einen für den Mann und einen für die Frau.

Erster Eindruck vor Ort

Als dann endlich unser Termin anstand, waren wir beide etwas aufgeregt. Angekommen im Kinderwunschzentrum hat die Sprechstundenhilfe als erstes unsere Unterlagen und Fragebögen eingesammelt und wir mussten noch ein bisschen im Wartezimmer warten. Das Wartezimmer sah eigentlich aus wie in einer ganz normalen Arztpraxis. Ich glaube, an dem Tag hat außer uns dort nur ein Paar gewartet. Wir haben uns kurz begrüßt, ansonsten aber höflich ignoriert. So war das eigentlich auch bei allen anderen Besuchen im Kinderwunschzentrum. Die Patienten sind eher zurückhaltend untereinander, manche grüßen nicht mal. Ich habe aber auch schon gehört, dass es in anderen Kinderwunschzentren anders abläuft und gerade Frauen auch mal miteinander ins Gespräch kommen.

Insgesamt war unser erster Eindruck aber positiv, vor allem wohl, weil die Sprechstundenhilfe relativ freundlich war.

Gespräch und Untersuchung

Nachdem wir ca. 15 Minuten gewartet haben, hat uns unser Arzt abgeholt. Wir fanden ihn beide von Anfang total sympathisch und haben uns auch gefreut, dass er so etwa in unserem Alter ist.

Er hatte unsere Unterlagen schon vor sich auf dem Tisch ausgebreitet, wollte aber trotzdem erstmal von uns hören, was uns in Kinderwunschzentrum führt. Ich habe dann kurz umrissen, wie lange unser Kinderwunsch besteht, von unserer ersten Fehlgeburt erzählt und ihm dann noch gesagt, welche Unregelmäßigkeiten mir an meinem Zyklus aufgefallen sind (z.B. kurze zweite Zyklushälfte, Schmierblutungen etc.).

Im nächsten Schritt hat er uns gesagt, dass wir grundsätzlich aufgrund meines Alters und der vorangegangenen Fehlgeburt ein sogenanntes „high prognosis-Paar“ sind. Und er uns insgesamt sehr gute Chancen ausrechnet, dass wir innerhalb von ein paar Monaten wieder schwanger sind. Außerdem hat er meinen Mann versichert, dass sein Spermiogramm super ist und wir uns ab sofort im weiteren Gespräch und bei der Behandlung auf mich konzentrieren können. Insgesamt waren wir total erleichtert und vor allem mein Mann hat sich natürlich sehr gefreut 😉

Als nächstes sind wir die die Fragebögen im Detail durchgegangen und unser Arzt hat relativ schnell in den Raum gestellt, dass bei mir evtl. Endometriose vorliegen könnte. Wir waren erstmal leicht geschockt, weil ich aus meinen Internetrecherchen schon wusste, dass es damit sehr schwer sein kann, schwanger zu werden.  Der Arzt hat uns erklärt, dass man Endometriose letztendlich sicher nur mit einer Bauch- und Gebärmutterspiegelung abklären kann. Er hat uns deswegen geraten, diesen kleinen Eingriff zeitnah machen zu lassen. Alternativ hat er vorgeschlagen, dass wir auch erstmal mit einer leichten hormonellen Unterstützung (Clomifen) starten könnten. 

Mein Mann und ich waren uns sehr schnell einig, dass wir Gewissheit möchten und haben uns daher für die OP entschieden. Der Arzt hat uns dann noch eine Einweisung fürs Krankenhaus mitgegeben und uns empfohlen, die Spiegelungen dort im gleichen Haus machen zu lassen.

Außerdem hat uns der Arzt noch nahegelegt, dass ich ab sofort eine geringe Dosis L-Thyroxin (50 Mikrogramm) nehmen sollte, weil mein TSH mit 3,3 doch insgesamt nicht gerade kinderwunschoptimal war. Auch dafür haben wir ein Rezept mitbekommen.

Am Ende des Termins hat er mich noch gynäkologisch untersucht und dabei vor allem einen ersten Blick auf die Eierstöcke, Gebärmutter und Follikel geworfen. Die Eizellreserve sah wohl gut aus, was mich sehr beruhigt hat. Das einzige, was ihm negativ aufgefallen ist, war, dass meine Gebärmutter leicht gekippt ist, was wohl auch ein Symptom von Endometriose sein kann.

Nach ca. 30-45 Minuten haben wir uns verabschiedet. Unser beider Eindruck war, dass wir uns bei diesem Arzt gut aufgehoben fühlen und endlich mit unserem Kinderwunsch nicht mehr so alleingelassen sind. Wegen der Verdachtsdiagnose Endometriose war ich einerseits erleichtert, dass wir endlich einen Anhaltspunkt haben, wieso es nicht so leicht ist, schwanger zu werden. Andererseits war es natürlich auch deprimierend, dass tatsächlich so etwas Großes im Raum stand. Ein leicht abweichender Hormonwert, den man vielleicht einfach beheben kann, wäre mir natürlich lieber gewesen.

Fazit

Wenn Du auch bald Deinen ersten Termin im Kinderwunschzentrum hast, kann ich Dich wirklich beruhigen. Es fühlt sich weitgehend wie ein normaler Arzttermin an. Und danach geht es Dir bestimmt besser! Endlich trifft man auf Experten, die sich den ganzen Tag mit nichts anderem beschäftigen als Paare dabei zu unterstützen, schnell schwanger zu werden.

Ich wünsche Dir eine baldige Schwangerschaft!

Deine

Julia Cathérine

Wieso Du nicht zu viel in Kinderwunschforen lesen solltest

Gerade wenn Du in Deinem Umfeld keine Freundin hast, die auch Probleme hat, schwanger zu werden oder Du Dich nicht „outen“ willst, kann der Austausch mit Gleichgesinnten in Kinderwunschforen oder Facebookgruppen hilfreich sein. Mir hat das Lesen dort z.B. immer wieder die Augen geöffnet, dass ich mit meinem Problem wirklich nicht alleine dastehe. Und manchmal bekommt man dort auch ganz gute Anregungen, was man noch ausprobieren könnte. Auf die symptothermale Methode bin ich z.B. erstmalig durch die vielen Frauen in Kinderwunschforen aufmerksam geworden, die davon so schwärmen.

Du siehst also: Ich will Kinderwunschforen auf keinen Fall verteufeln. Trotzdem solltest Du sie aus meiner Sicht mit Vorsicht genießen:

Gefahr 1: Abwärtsspirale

Die größte Gefahr ist meiner Meinung nach, dass Ihr Euch gegenseitig runterzieht. In Kinderwunschforen tummeln sich logischerweise viele Frauen, bei denen es schon sehr lange mit dem Schwangerwerden nicht klappt. Und die dementsprechend schon viel durchgemacht haben. Die anderen Frauen haben ja entweder gar kein Problem und deswegen auch kein Bedürfnis sich auszutauschen oder sie sind mittlerweile schon im Schwangerschaftsforum unterwegs. 

Gerade in Gruppen wie „Frauen mit Langzeitkinderwunsch“ finden sich also die schweren Fälle. Und auch wenn daraus schöne Online-Freundschaften werden können, kann bei Dir schnell der Eindruck entstehen, dass ein positiver Schwangerschaftstest seltener als ein 6er im Lotto ist. Viel zu viel liest man über Rückschläge und Enttäuschungen der anderen Frauen. Und gerade, wenn Du Dich dort schon länger mit einer festen Gruppe von Frauen austauschst, identifizierst Du Dich evtl. mit ihrem Schicksal.  Das beeinflusst über kurz oder lang Deine Wahrnehmung.  Irgendwann bist Du zwangsläufig überzeugt, dass der Weg zum Wunschkind einfach schwer und bedrückend ist.

Viel wichtiger wäre aber, dass Du nach einem Rückschlag (z.B. einer schlechten Diagnose nach einer Bauchspiegelung), den Du natürlich betrauern darfst, wieder versuchst Deine Kräfte zu sammeln. Und dann etwas später, mit einem grundsätzlich positiven Blick auf die Zukunft, den nächsten Schritt auf Deiner Kinderwunschreise antrittst. 

Gefahr 2: Kein ausgewogenes Bild

Wie schon angedeutet, hatte ich damals den Eindruck, dass im Internet viele der Langzeitkinderwünschenden unterwegs sind. Nerviger fand ich persönlich aber die Einträge von Frauen, die ja schon nach 3 Zyklen total verzweifelt sind und dann doch schwuppdiwupp ganz überraschend positiv testen. 

Was meiner Meinung nach fehlt sind die Stimmen von Frauen „aus der Mitte“. Die also weder 10 Jahre Kinderwunsch und 8 erfolglose IUIs hinter sich haben noch „erst im 2. Übungszyklus schwanger geworden sind“. Beides sind Extremfälle, mit denen Du höchstwahrscheinlich nicht viel gemeinsam hast. Bitte behalte also im Hinterkopf, dass im Internet kein realistisches Abbild der Wirklichkeit von Frauen, die versuchen schwanger zu werden, gezeichnet wird.

Gefahr 3: Keine Vergleichbarkeit

Nachdem ich lang genug von den Erfahrungen anderer Frauen im Internet gelesen hatte, war ich überzeugt, dass wohl super selten Frauen durch IUIs schwanger werden. Nachdem wir uns trotzdem entschieden haben, es damit zu versuchen, hatte ich mir dementsprechend keine allzu großen Hoffnungen gemacht.

Tatsächlich hat es bei uns aber bei der 2. IUI geklappt! Was mir damals klar geworden ist: Du kannst Deine Chancen, schwanger zu werden mit denen anderer Frauen nicht ohne weiteres vergleichen. Bzw. Dir fehlen schlicht und einfach wichtige Hintergrundinformationen. Unsere Erfolgschancen waren z.B. allein deshalb nicht so schlecht, weil wir grundsätzlich miteinander schwanger werden konnten (siehe Fehlgeburten) und meine Eileiter durchlässig waren (Ergebnis von der Bauch- und Gebärmutterspiegelung). 

Bitte berücksichtige deshalb immer, wenn Du in Kinderwunschforen oder Blogs stöberst, dass Du die individuelle, medizinische Vorgeschichte der anderen Frauen nicht kennst!

Fazit

Aus meiner Erfahrung solltest Du genau beobachten, wie es Dir beim und vor allem nach dem Lesen in Foren, Blogs und Gruppen geht. Fühlst Du Dich durch den Austausch mit Gleichgesinnten endlich verstanden und weniger allein? Oder laugt Dich das Lesen eher aus und Du hast den Eindruck, dass es Dich nicht wirklich weiterbringt?

Ich wünsche Dir eine baldige Schwangerschaft!

Deine

Julia Cathérine

Ovus, Kinderwunschtee, Zyklusmonitor und Co: Welche Hilfsmittel ich in 2,5 Jahren Kinderwunsch getestet habe und, was mir davon wirklich geholfen hat

In meiner Kinderwunschzeit ist mir aufgefallen, dass ich viel kaufbereiter bin als sonst. Eigentlich bin ich nämlich ein sehr sparsamer Mensch. Aber sobald es um das Thema Schwangerwerden ging, habe ich an mir gemerkt, dass ich bereit bin, sogar etwas zu kaufen, bei dem nur ein Fünkchen Hoffnung besteht, dass es mich meinem Wunschbaby näherbringt. Daher ist in 2,5 Jahren so einiges zusammengekommen…

Damit Ihr wisst, was mir tatsächlich geholfen hat und, was Ihr euch vielleicht sparen könnt, kommen hier meine Erfahrungen mit den diversen Hilfsmitteln:

Basalthermometer

So ein Thermometer habe ich mir nach ca. einem halben Jahr Kinderwunsch gekauft. Der Plan war es, mit der symptothermalen Methode meinen Eisprung einzugrenzen und allgemein einen besseren Überblick über meinen Zyklus zu gewinnen. 

In der Praxis muss man dafür jeden Morgen direkt nach dem Aufwachen seine Temperatur messen – und das idealerweise immer etwa zur gleichen Uhrzeit. Über die Temperatur führt man dann Buch und bekommt dadurch einen Einblick in seinen Zyklus. Ca. zwei Tage nach dem Eisprung steigt z. B. die Temperatur an, sodass man dann wenigstens im Nachhinein Bescheid weiß, dass der Eisprung jetzt wohl stattgefunden hat. Bezieht man dann noch andere körperliche Anzeichen mit ein (z. B. Veränderung des Zervixschleims), kann man den Eisprung irgendwann sogar mit einer gewissen Routine vorhersagen.

Das Temperaturmessen selbst fand ich immer etwas nervig. Zum einen muss man penibel darauf achten, dass es wirklich das erste ist, was man nach dem Aufwachen macht. Und da ich mich gerne mal vor dem Klingeln des Weckers hin- und her wälze, war das recht schwierig für mich. Zum anderen muss man sich dann noch schlaftrunken die Temperatur merken. 

Fazit:Insgesamt haben das Basalthermometer und die symptothermale Methode ihren Zweck erfüllt. Mir wurde dadurch klar, dass mein Eisprung immer recht spät ist, meine zweite Zyklushälfte mit 10-12 Tagen dafür aber relativ kurz ist. Schwanger wurde ich aber leider noch nicht…

Preis: ca. 10 EUR

Note: 2

Kinderwunschtee

In diversen Kinderwunschforen, Blogs und Youtube Kanälen habe ich immer wieder Gutes über Kinderwunschtees gehört. Auch die Erfolgsgeschichten in den Rezensionen auf amazon waren ziemlich ermutigend und weil mein Zyklus sowieso recht unregelmäßig war, wollte ich dem Tee eine Chance geben.

Ich habe mir dann jeweils einen Tee für die erste Zyklushälfte und einen Tee für die zweite Zyklushälfte bestellt. Schon als der Tee ankam und ich die Menge gesehen habe, war mir klar, dass das Ganze ja eine sehr lukrative Sache für den Hersteller sein muss.

Trotz allem war ich recht optimistisch und habe mehrere Zyklen lang brav jeden Tag mindestens eine Tasse Tee getrunken. Geschmacklich ist das Ganze nicht so toll und ich habe es auch als recht aufwändig empfunden.

Fazit:Einen besonderen Effekt auf meinen Zyklus konnte ich leider auch nicht feststellen. Vielleicht hätte ich dafür größere Mengen trinken müssen?

Preis: ca. 20 EUR

Note: 3

Ovulationstests

Nachdem ich ein paar Zyklen mit der symptothermalen Methode experimentiert hatte, hatte ich immer noch nicht genug Sicherheit, um meinen bevorstehenden Eisprung schon ein paar Tage im Voraus zu erkennen.  Deshalb habe ich mir Ovulationstests bestellt und mich dabei erstmal für die günstige Variante entschieden, die im 30er Pack geliefert wird. 

Jeden Nachmittag nach der Arbeit habe ich also einen Ovulationstest benutzt und beobachtet, wie sich die Stärke der Testlinie, die das Hormon LH misst, im Laufe des Zyklus verändert. Ich habe das immer als recht spannend empfunden und so konnte ich jeden Tag schon etwas mitfiebern. Weil meine Zyklen damals ja recht lang waren, sind dabei einige Ovulationstests draufgegangen. Das war aber bei dem günstigen Preis aber halb so wild. Man braucht am Anfang ein bisschen Übung bis man raus hat, wann der Test jetzt wirklich positiv ist.

Um die letzte Ungewissheit auszuschließen, habe ich mir nach einer gewissen Zeit dann auch noch die teure Variante der Ovulationstests bestellt. Dabei werden die fruchtbaren Tage eindeutig mit einem Smiley angezeigt, sodass man dann selbst nichts mehr zu interpretieren hat. Mir hat das Sicherheit und etwas Entspannung gegeben, weil man die Verantwortung hier ja ein Stück weit abgibt.

Fazit: Ovulationstests waren für mich eine große Hilfe. So konnten wir sicherstellen, dass wir die fruchtbaren Tage auch wirklich nutzen. Die einzige Gefahr dabei ist, dass man mit dem Sex zu spät startet: Das LH steigt ja erst an, wenn der Eisprung schon naht. Findet der Sex dann mit einer gewissen Verzögerung statt, ist es vielleicht schon zu spät.

Preis: ca. 15 EUR (günstige Variante für mehrere Zyklen) und ca. 21 EUR (teure Variante für einen Zyklus)

Note: 1

Nahrungsergänzungsmittel/ Homöopathie

  • Mönchspfeffer (Agnus Castus)

Weil meine Zyklen ja wie gesagt immer ziemlich lang waren (32-38 Tage) und ich festgestellt hatte, dass meine zweite Zyklushälfte recht kurz ist, habe ich auf die Empfehlung einer Freundin hin, angefangen jeden Morgen eine Tablette Mönchspfeffer zu nehmen. Meine Zykluslänge hat sich dadurch nach ca. 3 Monaten bei 32 Tagen eingependelt und auch die zweite Zyklushälfte war dann in der Regel immerhin 12 Tage lang.

Fazit: Der Mönchspfeffer hat meine Erwartungen erfüllt, auch wenn man etwas Geduld mitbringen muss. 

Preis: ca. 12 EUR

Note: 2

  • Ovaria Comp in Kombination mit Byrophyllum:

Nach meiner ersten Fehlgeburt hat mir eine Freundin, die ebenfalls einen Kinderwunsch hat, diese Kombination aus Globuli empfohlen. Ich hatte mir davon eine weitere Regulierung meines Zyklus erhofft. 

Ich habe jeweils in der ersten Zyklushälfte 3 * 5 Globuli Ovaria Comp (zur Eizellreifung) und in der zweiten Zyklushälfte 3 * 5 Globuli Byrophyllum (zur Einnistung) eingenommen.

Fazit: Ich konnte keinen Effekt auf meinen Zyklus feststellen und fand die 3 Mal tägliche Einnahme relativ schwer in den Alltag zu integrieren.

Preis: ca. 22 EUR

Note: 3

Zyklusmonitor

Nach sehr, sehr langem Überlegen und ca. 1,5 Jahren Kinderwunsch habe ich mir einen Zyklusmonitor gekauft. Ich finde ihn nach wie vor einfach sehr teuer und war mir auch schon vor dem Kauf bewusst, dass er wohl nicht viele Vorteile gegenüber den teureren Ovulationstests hat. Meine Hoffnung war allerdings, dass ich dem Zyklusmonitor ein Stück Verantwortung abgegeben kann. Ich weiß: es klingt verrückt und verzweifelt!

Mit dem Kauf des Geräts ist es aber leider nicht getan, weil man immer wieder Teststäbchen nachkaufen muss. Und diese schlagen ganz schön zu Buche. Gerade im ersten Zyklus musste der Monitor mich erstmal „kennenlernen“ und hat deshalb sehr viele von den kleinen Stäbchen verbraucht.

Das Ganze funktioniert so, dass der Computer zunächst nach einem Anstieg des Östrogens sucht. Wenn solch ein Anstieg vorliegt, beginnen die fruchtbaren Tage. In den Folgetagen sucht der Monitor dann auch einen Anstieg des LHs. Wenn auch das LH ansteigt, beginnen die Tage maximaler Fruchtbarkeit. Idealerweise sollte man als Kinderwunschpaar beide Phasen nutzen.

Bei mir war es leider so, dass der Zeitraum der fruchtbaren Tage immer recht lange ging – also teilweise 7 Tage oder länger. Da wir ja immer nicht wussten, wie weit wir tatsächlich vom Eisprung noch entfernt sind, war das teilweise etwas anstrengend für uns 😉 

Schwangerschaftstest kann man mit dem Zyklusmonitor übrigens auch machen. Aber immer nur an den Tagen, wenn der Monitor sie einfordert.

Fazit: Der Monitor macht das, was er soll. Mir hat manchmal etwas die Flexibilität gefehlt und so bin ich ab und zu u. a. aus Kostengründen auch später mal wieder bei den günstigen Ovulationstests gelandet.

Preis: ca. 80 EUR für den Zyklusmonitor und ca. 30 EUR für die Teststäbchen

Note: 2

Wartezeit nach dem Eisprung: Was jetzt fast alle Frauen tun und was Du daraus lernen kannst

Wenn die Kinderwunschzeit generell schon sehr belastend ist, habe ich eine Phase davon als besonders schlimm in Erinnerung: Die 14tägige Wartezeit nach dem Eisprung! Wobei ich zugeben muss, dass diese bei mir meistens nur 12 Tage dauerte 😉 Einen Vorteil muss eine eher kurze zweite Zyklushälfte ja auch mal haben.

Ob nun 12 oder 14 Tage…Was ich an dieser Phase so schlimm fand? Die erste Zyklushälfte ist ja von einem gewissen Aktionismus geprägt: Erst fiebert man mit Ovulationstests oder ähnlichen Hilfsmitteln auf den Eisprung hin. Und steht er dann tatsächlich kurz bevor, geht es darum, die fruchtbaren Tage mit dem Partner möglichst gut zu nutzen. Man ist also aktiv und hat dadurch zumindest das Gefühl, eine gewisse Kontrolle zu haben.

Ist der Eisprung aber erstmal verstrichen, kann man erstmal nichts weiter tun und muss nur eins…warten. Die meisten Frauen halten das aber nicht aus. Aus den Gesprächen mit Freundinnen und Internetrecherchen in diversen Kinderwunschforen ist mir dabei aufgefallen, dass es 3 Arten gibt, wie man mit der Wartezeit umgehen kann. Vielleicht erkennst Du Dich ja wieder?

Typ 1: Die Früh-Testerinnen

Diese Frauen hören auf jedes kleinste körperliche Anzeichen, dass auf eine mögliche Schwangerschaft hindeuten könnte. Um auf Nummer sicher zu gehen, fragen sie lieber nochmal in Kinderwunschforen nach, ob „das Ziehen, dass sie seit dem Eisprung im Unterleib haben für eine Frühschwangerschaft sprechen kann“.

Aber auch diese Gruppe von Frauen weiß, dass es eigentlich nur ein sicheres Zeichen für eine Schwangerschaft gibt: ein positiver Schwangerschaftstest. Und auch, wenn bekannt ist, dass dieser erst wenige Tage vor Ausbleiben der Periode zuverlässig ist, wollen die Früh-Testerinnen aktiv werden und beginne schon ab Eisprung + 8 mit dem Testen. Auch die Ergebnisse hiervon teilen viele Früh-Testerinnen gerne in Kinderwunschforen und beteiligen sich dann im Gegenzug rege an der Interpretation der Schwangerschaftstests anderer Früh-Testerinnen.

Ein weiterer Zeitvertreib von Früh-Testerinnen ist das Orakeln: Dabei geht es darum mit Ovulationstests eine Schwangerschaft vorherzusagen, da sich HCG (das Schwangerschaftshormon) und LH (was den Eisprung auslöst und deswegen von Ovulationstests gemessen wird) sehr ähneln. Wenn die Testlinie täglich stärker wird, soll es auf eine Schwangerschaft hindeuten. Wenn die Testlinie aber sehr schwach bis gar nicht zu sehen ist, dann ist das ein negatives Orakel.

Typ 2: Die Ablenkerinnen

Die Ablenkerinnen machen das Gegenteil. Sie versuchen, sich in der zweiten Zyklushälfte so wenig wie möglich mit ihrem Kinderwunsch zu beschäftigen. Damit das gelingt, stürzen sie sich in die Arbeit oder lenken sich anderweitig ab. Sehr beliebt sind z.B. auch Sport, kleine Projekte (wie die Wohnung renovieren) oder auch Kurzurlaube.

Auch typisch für Ablenkerinnen ist, dass sie absichtlich nicht zu viel Rücksicht auf eine mögliche Schwangerschaft nehmen. Das kann beispielsweise so aussehen, dass sie sich auf einem Geburtstag nicht schon wieder einschränken wollen und deswegen auch mal ein Glas zu viel trinken. Wieso sie das machen? Damit die Enttäuschung am Zyklusende nicht zu groß ist.

Typ 3: Die Mischform-Frauen

Mischform-Frauen wissen, dass es unmöglich ist, sich in der zweiten Zyklushälfte gar nicht mit dem Kinderwunsch zu beschäftigen. Gleichzeitig wissen sie aber auch (aus vorhergehenden Zyklen), dass das ewige Testen nichts bringt und am Ende sogar auslaugt. Deswegen beschäftigen sich Mischform-Frauen mit ihrem Kinderwunsch auf eine möglichst „produktive Art und Weise“, die auch Kraft für einen evtl. Folgezyklus gibt. Denkbare Aktivitäten in der zweiten Zyklushälfte von Mischform-Frauen können z.B. Kinderwunsch-Meditationen oder auch Fruchtbarkeitsyoga sein.

Abschließend möchte ich klarstellen, dass ich keine Form des Wartens verurteile. In 2,5 Jahren Kinderwunsch habe ich mich schließlich selbst in allen Typen wiedergefunden. Vielleicht probierst Du aus, was Dir guttut? Und mal lenkst Du Dich gerne ab und im nächsten Zyklus wirst Du zur Früh-Testerinnen. Und das ist dann auch okay so.

Ich wünsche Dir eine baldige Schwangerschaft!

Deine

Julia Cathérine

Was passiert bei einer Fehlgeburt? Mein Erfahrungsbericht Teil 1

Je mehr ich mit Frauen mit Kinderwunsch, aber auch mit Frauen, die jetzt gerade schwanger sind, spreche, desto mehr fällt mir auf, wie wahnsinnig verbreitet Fehlgeburten leider sind. Die nackten, traurigen Zahlen (15 % aller Schwangerschaften enden mit einer Fehlgeburt) sind ja bekannt. Aber diese Statistik deckt sich auch wirklich mit dem, was ich so gefühlt im Umfeld wahrnehme.

Ich musste das Ganze ja auch zweimal erleben und möchte deshalb heute meine Erfahrungen mit Euch teilen.

Meine erste Fehlgeburt

Knapp ein Jahr nachdem ich die Pille abgesetzt habe, war ich für einen Kontrolltermin bei meinem Frauenarzt und habe das Thema Kinderwunsch mal vorsichtig angesprochen. Er war zwar ziemlich gelassen, hat aber vorgeschlagen meinen Zyklus zu beobachten. In der Praxis sah das dann so aus, dass ich kurz vor dem potentiellen Eisprung zum Ultraschall bei ihm war und er sich die Follikel angesehen hat. Alles war so wie es sein soll! Ein paar Tage später wurde mir dann noch Blut abgenommen, um diverse Hormone (TSH, Progesteron und Prolaktin) zu bestimmen – auch hier gab es keine Auffälligkeiten.

Mein Mann und ich waren erstmal erleichtert und haben uns voller Vorfreude wenige Tage später auf den Weg in die Toskana gemacht, wo wir mit meiner ganzen Familie für zwei Wochen ein Ferienhaus gemietet haben. Auf der Fahrt zu unserem Zwischenstopp in Österreich war mir schon etwas flau imMagen und ich fühlte mich insgesamt krank. Da meine Periode zwei Tage überfällig war (bei einem insgesamt aber eher unregelmäßigen Zyklus) habe ich mir noch zu Hause einen Schwangerschaftstest gekauft. Auch meine Basaltemperatur (die ich damals bestimmt habe) war immer noch erhöht – trotz alldem war ich aber total unsicher, ob das nicht eher mit meinen Krankheitssymptomen zusammenhängt.

Am Abend im Hotel in Österreich war ich schon etwas aufgeregt und habe vorsorglich auch keinen Alkohol getrunken. Am nächsten Morgen habe ich den Test gemacht und mit meinem Mann gemeinsam auf das Ergebnis gewartet. Das kam dann auch schon nach wenigen Sekunden und: Ich war tatsächlich zum ersten Mal schwanger!!! Das war definitiv der schönste Moment in meinem Leben und ich habe vor Glück sogar ein bisschen geweint. So unbeschwert habe ich mich in meiner gesamten Kinderwunschzeit nie wieder gefühlt. Auch mein Mann hat sich sehr gefreut, hat aber etwas länger gebraucht,um das erstmal zu verarbeiten.

Wir sind dann total glücklich die restliche Strecke in die Toskana gefahren und ich habe mir noch gedacht, dass das alles fast zu schön ist, um wahr zu sein (schwanger und auch noch Urlaub mit der ganzen Familie).

Angekommen im Ferienhaus haben wir meiner Familie dann auch beim ersten gemeinsamen Abendessen gesagt, dass ich schwanger bin und alle haben sich wahnsinnig mit uns gefreut.

Eine knappe Woche nach dem Test war mein 31. Geburtstag. Ausgerechnet an diesem Tag habe ich auf der Toilette festgestellt, dass ich ganz leichte Schmierblutungen habe. Ich war schon etwas beunruhigt. Eine kurze Internetrecherche hat aber ergeben, dass das wohl in der Frühschwangerschaft immer mal vorkommt. Auch meine Schwester (sie hat schon zwei Kinder) hat mir gesagt, dass das nicht so dramatisch sei, solange die Blutung nicht frisch ist und nicht stärker wird. Damals war ich, wie schon geschrieben, noch ziemlich unbeschwert, oder vielleicht auch naiv 😉 Ich habe mich deswegen auch nicht geschont, sondern einfach weiter meinen Geburtstag gefeiert.

Am nächsten Tag wurden die Schmierblutungen dann leider wirklich stärker und ich hatte auch leichte Bauchschmerzen. Ich habe mich ins Bett gelegt und versucht zu schlafen. Irgendwann wurde ich von relativ starken Unterleibsschmerzen aus dem Schlaf gerissen und bin auf die Toilette gegangen. Dort hatte ich eine periodenstarke, frische Blutung. Ich habe sofort meinem Mann Bescheid gesagt und er hat vorgeschlagen direkt in ein Krankenhaus zu fahren.

Nach knapp einer Stunde Fahrt sind wir in der Uniklinik von Siena angekommen und haben dann auch relativ schnell die Notaufnahme gefunden. Dort war zum Glück eine englischsprachige Ärztin, der wir das Problem schildern konnten. Für den Notfall hatte ich die wichtigsten Vokabeln aber auch schon auf Italienisch vorbereitet. Wie das in Notaufnahmen halt so ist, mussten wir etwas warten. In der Zwischenzeit war ich nochmal auf Toilette und die Blutungen waren nach wie vor vergleichbar mit Periodenblutungen. Ich war zu dem Zeitpunkt schon recht sicher, dass das wohl eine Fehlgeburt ist und hatte nicht mehr allzu viel Hoffnung.

Nach ca. 1,5 Stunden konnten wir mit einem Arzt sprechen, der uns erklärt hat, dass es jetzt sinnvoll wäre, einen Ultraschall zu machen. Wir wurden von einer sehr netten Krankenschwester in die Gynäkologie begleitet, wo wir dann auch recht schnell drankamen. Während dem Ultraschall waren drei Ärzte anwesend, was schon etwas unangenehm war. Weil sie aber auch noch nicht sehr gut Englisch gesprochen haben, haben sie uns während des Ultraschalls nichts erklärt und uns mehr oder weniger ignoriert. Als ich dann immer wieder „Niente“ (also nichts auf Deutsch) gehört habe und auch selber auf dem Ultraschall „nichts“ gesehen habe, war die Diagnose auch so klar: Ich hatte tatsächlich eine frühe Fehlgeburt gehabt, was man uns ein paar Minuten später dann auch so erklärt hat. Die Ärzte haben dann noch vorgeschlagen, dass wir den HCG Wert zweimal (in einem Abstand von 48h) kontrollieren lassen könnten und ich habe mir deswegen dann dort noch einmal Blut abnehmen lassen.

In den ersten Stunden waren wir erstmal geschockt: Kurz vorher war ich noch eine glückliche Schwangere gewesen und hatte mich auf unser erstes Baby im Januar 2018 gefreut. Und jetzt war alles von einer auf die andere Sekunde geplatzt. Für mich war einer der schlimmsten Momente der nächste Morgen: der Augenblick nach dem Schlafen, als mir klar wurde: Ich bin nicht mehr schwanger!

Wir haben noch so gut es ging versucht, einen einigermaßen schönen Urlaub zu haben. Meine Familie war natürlich eine tolle Unterstützung und Ablenkung für uns. Trotzdem war der Kontrast zwischen der ersten und zweiten Urlaubswoche extrem. Zur HCG Kontrolle bin ich dann nicht mehr in die Uniklinik gefahren, sondern habe stattdessen zwei Tage später einen Schwangerschaftstest gemacht. Dieser war negativ und somit hatte ich schon mal die Gewissheit, dass wohl nichts zurückgeblieben war.

Wieder in Deutschland habe ich gleich bei meinem Frauenarzt angerufen und er hat mir einen Termin dazwischengeschoben. Er war sehr empathisch und hat mir Mut gemacht. Die Ultraschallkontrolle war auch unauffällig und sowar die Fehlgeburt zumindest „medizinisch abgeschlossen“.

Erst in den nächsten Wochen habe ich so richtig realisiert,dass ich eine Fehlgeburt hatte. Das hat mich extrem verunsichert, zumal ich vor allem Bedenken hatte, was das für künftige Schwangerschaften bedeutet. Gleichzeitig hatte ich die Hoffnung, dass ich jetzt recht schnell wieder schwanger werde. Die nächste Schwangerschaft hat aber auf sich warten lassen und kam zu einemZeitpunkt, zu dem wir nie damit gerechnet hätten. Wie wir es erfahren haben,war sogar filmreif! Wie es weiterging, könnt Ihr hier nachlesen.

Wie schmerzhaft ist eine Bauch- und Gebärmutterspiegelung?

Weil ich weiß, dass es viele von Euch auch betrifft, möchte ich heute meine Erfahrungen von meiner Bauch- und Gebärmutterspiegelung mit Euch teilen. Vielleicht ganz kurz vorab: Es ist halb so schlimm und die Schmerzen sind insgesamt gut aushaltbar.

Vorgeschichte oder: Wie kam es dazu?

Im Februar 2018 habe ich mich ja mit meinem Mann in einem Kinderwunschzentrum in Frankfurt vorgestellt. Man muss dort vor dem Gespräch so eine Selbstauskunft ausfüllen, in der alle möglichen Infos zur medizinischen Vorgeschichte abgefragt werden. Wer mehr dazu wissen will, kann das gerne detailliert hier (klicken) nachlesen.

Jedenfalls sind wir diese Selbstauskunft bei unserem ersten Termin im Kinderwunschzentrum im Detail durchgegangen und unser Arzt hat relativ schnell in den Raum gestellt, dass bei mir evtl. Endometriose vorliegen könnte. Wir waren erstmal leicht geschockt, weil ich aus meinen Internetrecherchen schon wusste, dass es damit sehr schwer sein kann, schwanger zu werden.

Unser Arzt hat uns erklärt, dass man Endometriose letztendlich sicher nur mit einer Bauch- und Gebärmutterspiegelung abklären kann. Er hat uns deswegen geraten, diesen kleinen Eingriff zeitnah machen zu lassen. Alternativ hat er vorgeschlagen, dass wir auch erstmal mit einer leichten hormonellen Unterstützung (Clomifen) starten könnten.

Mein Mann und ich waren uns sehr schnell einig, dass wir Gewissheit möchten und haben uns daher für die OP entschieden. Der Arzt hat uns dann noch eine Einweisung fürs Krankenhaus mitgegeben und uns empfohlen, die Spiegelungen dort im gleichen Haus machen zu lassen.

Vorbereitungen

Gleich am nächsten Tag habe ich auf der gynäkologischen Station im Krankenhaus angerufen und mir einen Termin zur Vorbesprechung bei der Oberärztin geben lassen. Die Voruntersuchung und das anschließende Gespräch mit ihr waren sehr angenehm und sie hat sich viel Zeit für uns genommen. Sie hat dabei auch schon die Vermutung geäußert, dass ich wohl eher eine leicht bis mittelstark ausgeprägte Endometriose habe. Je nach Ausprägung bzw. je nachdem wie viel dann auch geschnitten werden würde, sollte ich 1-3 Nächte im Krankenhaus bleiben. Die OP sollte so um den Zyklusanfang herum stattfinden.

Einen Tag vor dem angesetzten OP Termin war ich noch einmal zur Blutentnahme im Krankenhaus. Anschließend fand noch die Aufklärung durch die Anästhesistin statt.

Am nächsten Morgen fuhren wir leicht aufgeregt ins Krankenhaus. Nachdem mir dort nochmals Blut abgenommen wurde, kam der große Schock: Ich bin schwanger und kann daher nicht operiert werden!!! Leider ist die Schwangerschaft in einer weiteren Fehlgeburt geendet. Wie das alles genau abgelaufen ist, könnt Ihr hier nachlesen.

Im Folgezyklus nach meiner Fehlgeburt waren wir wieder im Kinderwunschzentrum und haben (diesmal mit einem anderen Arzt) besprochen, dass wir die Bauch- und Gebärmutterspiegelung jetzt unbedingt so schnell wie möglich nachholen möchten. Vor allem wegen der mittlerweile zwei Fehlgeburten waren wir beunruhigt, ob bei mir organisch alles okay ist. Der Arzt hat uns eine neue Einweisung für die Bauch- und Gebärmutterspiegelung mitgegeben und uns den Tipp gegeben, dass man den Eingriff auch ambulant machen kann.

Weil wir nach den letzten Wochen erstmal genug von Krankenhäusern hatten, haben wir uns entschlossen, die OP in einem Zentrum für ambulante operative Gynäkologie machen zu lassen. Auch dort war ich wieder zu einem Vorgespräch und neu war für mich diesmal nur, dass hier die OP in der ersten Zyklushälfte stattfinden sollte. Mit Beginn des neuen Zyklus habe ich mit dem Zentrum telefonisch einen OP Termin vereinbart. Am Abend vor dem großen Tag fand dann noch (ebenfalls telefonisch) die Aufklärung durch dieAnästhesistin statt.

Ablauf OP-Tag

Wir machten uns früh morgens auf den Weg, diesmal schon deutlich weniger aufgeregt.

7:30 Ich meldete mich auf der Station. Mitgebracht hatte ich bequeme Kleidung, ein bisschen was zu essen (Banane und Brot) und was zu lesen. Ich war nüchtern und insbesondere, dass man ab 6 Uhr nichts mehr trinken darf, ist dabei nicht ganz leicht.

7:45 Ich wurde auf mein Zimmer gebracht und habe mich für die OP umgezogen (OP-Hemdchen, Haube und Fußüberzug). Weil auch schon eine zweite Patientin auf dem Zimmer war, habe ich mich von meinem Mann verabschiedet und mich schon mal ins Bett gelegt. Danach gab es noch ein kurzes Vorgespräch mit der Anästhesistin. Anschließend musste ich meine Kontaktlinsen ausziehen und wurde von der für mich zuständigen Krankenschwester in den OP Bereich runtergefahren.

Kurz vor 8:00 Ich lag eine Weile in meinem Bett auf dem Gang. Dort wurde mir dann auch durch eine sehr nette OP Schwester der Zugang gelegt.

8:00 Ich wurde gebeten aus dem Bett aufzustehen, habe den OP Saal betreten und auf einem gynäkologischen Stuhl Platz genommen. Im OP waren mehrere operationstechnischeAssistenten und die Anästhesistin. Alle waren sehr freundlich zu mir und wir haben uns über meinen Beruf unterhalten. Im OP war es extrem kalt und ich habe noch in Erinnerung, dass meine Beine vor Kälte gezittert haben. Die Anästhesistin hat mir dann intravenös das Narkosemittel gespritzt und mich auch darüber informiert. Ich habe noch ganz kurz ein starkes Brennen im Kopf (im Bereich der Schläfen) wahrgenommen und bin dann eingeschlafen.

9:15 Ich bin im Aufwachraum aufgewacht. Mir war zum Glück nicht übel, aber ich hatte einen starken Reizhusten (wahrscheinlich vom Intubieren) und einen leichten Schmerz im Bauch. Außerdem war mir mal wieder ziemlich kalt. Die Anästhesistin hat kurz nach mir geschaut und ich habe nochmal Schmerzmittel bekommen. Die Krankenschwester im Aufwachbereich war vom Tonfall etwas gröber und ich fand außerdem irritierend, dass sie sich mit einer Kollegin die ganze Zeit lautstark über irgendwelche Dienstpläne beschwert hat. Insgesamt war ich zu diesem Zeitpunkt noch etwas verwirrt und habe glaube ich ein paar seltsame Fragen gestellt 😉

9:45 Ich wurde von der Krankenschwester von meiner Station abgeholt und auf mein Zimmer gebracht. Dort bin ich erstmal auf Toilette gegangen und habe beim Aufstehen aus dem Bett bemerkt, wie sich das Gas (was ja vor der Spiegelung für eine bessere Sicht in den Bauch geleitet wird) im Körper verteilt. Ich hatte dadurch ein Stechen im Brustkorb und im Bereich Schlüsselbein/ Schultern, was aber nicht dramatisch war. Auf der Toilette hatte ich eine leichte Blutung.

Anschließend habe ich etwas Zwieback gegessen und Tee getrunken. Nicht, dass ich das Bedürfnis danach gehabt hätte – ich wusste aber, dass es vor allem für die Anästhesistin eine Voraussetzung war, dass man nach Hause gehen darf.

Immer wieder kam in den nächsten Stunden meine zuständige Krankenschwester ins Zimmer und hat gefragt, wie es mir geht und, ob ich noch etwas trinken möchte.

12:00 Der operierende Arzt kam zu Visite und hat mir kurz den Verlauf der OP zusammengefasst (beide Eileiter waren durchlässig und er hat ein paar leichte Verwachsungen an der Blase entfernt). Anschließend hat er mir noch erklärt, wann ich die Pflaster wechseln soll, und wie das mit dem Duschen aussieht. Auch den Arztbrief hatte er schon vorbereitet, sodass ich diesen wenige Tage später schon an das Kinderwunschzentrum weitergeben konnte.

Kurze Zeit danach kam nochmals die Narkoseärztin und hat mir Tipps zum Einsatz von Schmerzmitteln gegeben. Sie hat mir dann auch noch eine etwas stärkere Schmerztablette mitgegeben, die ich bei Bedarf nehmen sollte.

12:45 Mein Mann hat mich abgeholt und wir sind nach Hause gefahren. Der Weg zum Parkhaus war wegen des Gases etwas unangenehm. Ich hatte sogar den Eindruck, dass mich ein paar Leute wegen meines gekrümmten Gangs etwas merkwürdig angeschaut haben 😉

Sonst hatte ich zu diesem Zeitpunkt kaum Schmerzen.

Zuhause haben wir normal zu Mittag gegessen und ich habe mich ins Bett gelegt. Dort habe ich den Rest des Tages geschlafen und Netflix geschaut. Die Schmerzen waren absolut im Rahmen. Die Blutungen waren auch nicht besonders stark und wurden sehr schnell immer schwächer. Abends fand ich es allerdings etwas schwierig eine geeignete Schlafposition zu finden.

In den nächsten 2-3 Tagen nahmen die Schmerzen im Brustkorb und im Bereich der Schulten und des Schlüsselbeins etwas zu. Solange ich im Bett lag, habe ich eigentlich nichts gemerkt. Nur, wenn ich aufgestanden bin, hatte ich immer erstmal einen starken stechenden Schmerz.

3 Tage nach der OP war ich mit meinem Mann sogar schon wieder für einen kurzen Spaziergang im Wald, das Gehen war zu diesem Zeitpunkt aber noch schwierig und ich war auch noch etwas schlapp. 6 Tage nach der OP habe ich wieder gearbeitet und ca. 10-14 Tage danach habe ich keinerlei Schmerzen mehrgehabt.

Fazit

Insgesamt war die OP deutlich weniger schlimm als ich befürchtet hatte. Der gesamte Ablauf im OP Zentrum war sehr professionell und ich habe mich zu jedem Zeitpunkt gut aufgehoben gefühlt. Ich war sehr erleichtert, dass mir von der Vollnarkose nicht schlecht geworden ist. Die Schmerzen waren war zwar kurzzeitig und vor allem beim Aufstehen für einige Sekunden sehr stark, aber insgesamt wirklich gut auszuhalten. Die stärkere Schmerztablette, die mir die Narkoseärztin mitgegeben hat, habe ich noch nicht einmal gebraucht. In meiner persönlichen Situation (insgesamt gesund und es wurde eher wenig geschnitten) war es auch absolut richtig, die OP ambulant durchzuführen. Zuhause kann man sich einfach immer noch am besten erholen!

Also, falls bei Euch eine Bauch- und Gebärmutterspiegelung im Raum steht, kann ich Euch wirklich guten Gewissens die Angst nehmen. Es ist wirklich alles halb so wild und am Ende hat man wenigstens Gewissheit und vielleicht auch eine bessere Ausgangslage für eine mögliche Schwangerschaft. Schließlich werden die Eileiter durchgespült und evtl. vorhandene Endometrioseherde können gleich entfernt werden.

Wenn Du noch Fragen zum Ablauf der Bauch- und Gebärmutterspiegelung hast, schreib mir doch gerne.

Ich wünsche Dir eine baldige Schwangerschaft!

Deine

Julia Cathérine

Der schnellste Weg Dich in der Kinderwunschzeit besser zu fühlen: Anleitung für ein Vision Board

Kurz bevor ich zum dritten Mal schwanger wurde, habe ich angefangen, mir ein Vision Board zum Thema Kinderwunsch zu basteln. Manche von Euch kennen diese Form der Visualisierung vielleicht aus dem Buch oder dem Film „The Secret“.  Das Vision Board ist eine Collage aus Bildern, Stichworten und Affirmationen rund um die eigenen Ziele und Wünsche. In unserem Fall also um den Wunsch, schwanger zu sein.

Bei einem Vision Board geht es darum, dass man sein Leben im wahrsten Sinne des Wortes selbst gestalten kann. Du bist nicht machtlos und musst einfach abwarten, was im Leben wohl so auf Dich zukommt. Gerade beim Thema Kinderwunsch fühlt es sich aber manchmal genauso an. Umso wichtiger ist es, dass du auf einem Vision Board eine möglichst inspirierende und konkrete Vision von Deiner künftigen Schwangerschaft oder auch Deinem Baby entstehen lässt.

Wie bin ich dabei vorgegangen?

1. Schritt: Ideen sammeln

Zunächst habe ich wie bei einem klassischen Brainstormingüberlegt, wie ich meinen Wunsch, glücklich schwanger zu sein und ein Baby zu bekommen wohl am besten mit Bildern und Texten darstellen kann. Spontan fielen mir ein:

  • Ein positiver Schwangerschaftstest
  • Ein Foto von mir, auf dem ich richtig glücklich aussehe
  • Ein Bild von meinem Mann und mir (quasi als Sinnbild für unsere entstehende Familie)
  • Ein Bild von den Bergen, weil ich mich beim Bergwandern immer besonders entspannt fühle
  • Postkarten mit motivierenden Sprüchen (insbesondere zum Thema Durchhalten)

Vielleicht suchst Du auch nach Bildern von Schwangeren oder Müttern, die möglichst gut, das Lebensgefühl transportieren, das Du in dieser Phase dann gerne empfinden möchtest?

2. Schritt: Vision Board gestalten und aufhängen

Als erstes brauchst Du hierfür eine Unterlage. Ich habe mich für ein DIN-A2 große, farbige Pappe entschieden. Du kannst aber auch eine Korktafel nehmen. Anschließend habe ich zum Teil eigene Fotos, zum Teil Bilder aus Zeitschriften zusammengesucht und bin wegen der Postkarte mit motivierenden Sprüchen in ein Buchgeschäft gegangen. Pinterest könnte aber bestimmt auch eine gute Quelle sein.

Danach musst Du Dich nur noch entscheiden, wie Du die Bilder und Textausschnitte anordnen möchtest. Es gibt dabei keine Regeln. Folge einfach Deiner Intuition. Und Du brauchst Dir allein deshalb keine allzu großen Gedanken machen, weil ein Vision Board niemals ganz fertig ist. Du kannst also jederzeit etwas hinzufügen oder wieder rausnehmen.

Jetzt musst Du nur noch einen Platz finden, an dem Du DeinVision Board täglich möglichst häufig sehen kannst – z. B. über dem Schreibtisch oder auch an der Badezimmertür. Ich habe mein Vision Board an unserem Flipchart im Wohnzimmer befestigt.

3. Schritt: Das Vision Board in den Alltag integrieren

Immer wenn ich an meinem Vision Board vorbeigekommen bin und zufällig draufgeschaut habe, hat mich allein das schon sofort glücklich gemacht. Im Laufe der Kinderwunschzeit kommen einfach so viele negative Gefühle wie Angst, Trauer und Enttäuschung hoch, dass es einfach schön ist, mal wieder eine neue, positive Perspektive auf das Thema zu bekommen.

Ich wollte aber noch einen Schritt weiter gehen und habe das Vision Board als Ausgangspunkt zum Meditieren genutzt. Dazu habe ich ca. 5 Minuten pro Tag mein Vision Board zunächst betrachtet und dann die Augen geschlossen und versucht mir möglichst konkret auszumalen, wie mein ideales Leben als Schwangere oder Mutter wohl aussehen könnte. Dabei habe ich mir auch einzelne Szenen vorgestellt, z. B. wie ich auf unserem Sofa sitze und unser Neugeborenes im Arm halte. Je stärker Deine Gefühle beim Meditieren sind, desto schneller geraten die Bilder in Dein Unterbewusstsein. Nachdem ich einige Zyklen eher der Auffassung war „Das klappt doch sowieso nie“, hat mir das Meditieren geholfen zu erkennen, dass zumindest noch alles offen ist.

Fazit

Wichtig ist mir noch am Ende zu betonen, dass ich wirklich kein esoterischer Mensch bin. Ich denke nicht, dass man nur durch ein Vision Board ein Baby „anzieht“ und auf magische Weise schwanger wird. Mir ging es vielmehr darum, die Abwärtsspirale aus negativen Gedanken und Gefühlen zu durchbrechen und mich wieder für die Möglichkeit zu öffnen, dass am Ende doch noch alles gut wird.

Hast Du auch schon ein Vision Board? Was machst Du damit im Alltag?

Ich freue mich auf Deine Kommentare und wünsche Dir eine baldige Schwangerschaft!

Deine

Julia Cathérine

Wie plant man Dinge unabhängig vom Kinderwunsch?

Als unser Kinderwunsch noch ganz frisch war, sind wir ganz selbstverständlich davon ausgegangen, dass ich bestimmt in ein paar Monaten schwanger bin. Und weil wir uns da so sicher waren, war für mich klar, dass jetzt ganz bestimmt der falsche Zeitpunkt ist, um den Job zu wechseln! Ich habe mir damals immer ausgemalt, wie unangenehm es für mich wäre, einer neuen Chefin nach nur wenigen Wochen zu sagen, dass ich schwanger bin. Vor allem, weil ich ja mittlerweile mit Kindern arbeite und wegen der Ansteckungsgefahr ein Beschäftigungsverbot ja quasi vorprogrammiert gewesen wäre.

Als ein paar Monate vergangen sind und ich immer noch nicht schwanger war, war uns zumindest klar, dass sich das Schwangerwerden wohl doch nicht so planen lässt. Und trotzdem habe ich mich immer noch schwergetan, mir größere Dinge unabhängig vom Kinderwunsch vorzunehmen. Je mehr ich ausprobiert habe, um endlich schwanger zu werden und je mehr ich mich dadurch auch gedanklich damit befasst habe, desto zentraler wurde der Kinderwunsch in meinem Leben. Ich würde sagen, dass es deshalb über die Zeit sogar zunehmend schwerer wurde, mich davon freizumachen und nach vorne zu schauen, ohne zu wissen, was wohl so auf uns zukommt.

Nach 1,5 Jahren Kinderwunschzeit war ich irgendwann an dem Punkt, dass mich das ganze Thema nur noch genervt hat. Meine erste Fehlgeburt lag ca. ein halbes Jahr zurück und seitdem hatte sich einfach nix mehr getan. Deshalb habe ich meinem Mann damals vorgeschlagen, dass wir Anfang des nächsten Jahres doch mal nach USA fliegen könnten. Er war sofort begeistert und so haben wir unsere absolute Traumroute durch Kalifornien zusammengestellt, Hotels recherchiert und uns monatelang darauf gefreut. Zur Sicherheit haben wir dann noch eine Reiserücktrittsversicherung abgeschlossen und darauf geachtet, dass sie auch im Falle einer Schwangerschaft greift.

Letztendlich hatten wir wahnsinniges Pech und ich lag genau zu dem Zeitpunkt, an dem wir fliegen wollten, wegen meiner zweiten Fehlgeburt im Krankenhaus. Auch wenn das natürlich doppelt enttäuschend und auf jeden Fall einer der größten Tiefpunkte in unserer Kinderwunschzeit war, kann ich aus heutiger Sicht sagen, dass es sich alleine wegen der Vorfreude gelohnt hat, die Reise zu planen. Der bevorstehende Urlaub hat uns wieder die Augen dafür geöffnet, dass das Leben weitergeht und es auch, unabhängig vom Baby, Dinge gibt, die uns als Paar Freude machen.

Und auch zum Thema Jobwechsel kann ich sagen, dass ich in 2,5 Jahren Kinderwunsch insgesamt dann doch zwei Mal eine neue Stelle angefangen habe. Die neuen Jobs haben mir in dieser Zeit Auftrieb gegeben. Und teilweise war alles so neu und aufregend, dass ich manchmal stundenlang gar nicht an unseren Kinderwunsch gedacht habe. Also die perfekte Ablenkung für mich!

Irgendwo waren diese Pläne außerdem auch ein gewisser Selbstschutz. Auch, wenn man sich innerlich so viel mit dem Kinderwunsch beschäftigt, geht das Leben zumindest äußerlich weiter. In Bezug auf unsere USA-Reise habe ich mir z.B. immer gesagt, dass es zwar doof ist, dass ich nicht schwanger bin, aber wir so wenigstens zusammen unseren absoluten Traumurlaub erleben können.

Und heute bin ich mit dem Planen unabhängig vom Kinderwunsch wirklich besser: Ca. 1,5 Jahre nachdem unsere Tochter geboren werden soll, haben wir jetzt schon eine Reise nach China geplant. Und auch, wenn sich bei mir kurz der Gedanke eingeschlichen hat, dass ich ja dann vielleicht schon wieder schwanger bin, haben mich die letzten Jahre gelehrt, dass eine stabile Schwangerschaft einfach ein riesengroßes Geschenk ist, das man nicht erzwingen und deshalb auch nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt erwarten kann.

Wie haltet Ihr es mit längerfristigen Plänen? Und hat sich das bei Euch auch über die Zeit verändert?

Ich bin gespannt auf Deine Kommentare und wünsche Dir eine baldige Schwangerschaft!

Deine

Julia Cathérine

Muss ich wirklich abnehmen um schwanger zu werden?

Ob Nahrungsergänzungsmittel, Temperaturmessen oder Fruchtbarkeitsyoga – für Deinen Kinderwunsch scheust Du keine Kosten und Mühen? Und trotzdem will es mit dem Schwangerwerden nicht klappen? Bevor Du in Deiner Verzweiflung schon kurz vor einem Anruf im Kinderwunschzentrum stehst, will ich Dich erst einmal beruhigen. Vielleicht reicht bei Dir auch schon eine Maßnahme, die Du ganz alleine und von zu Hause aus umsetzen kannst: Ich spreche vom Abnehmen. Denn leider ist es einfach so, dass übergewichtige oder adipöse Frauen deutlich häufiger unter Unfruchtbarkeit leiden als Normalgewichtige und dann oft zwei Mal so lang brauchen, um schwanger zu werden. 

Die gute Nachricht: Die Gewichtsreduktion bei übergewichtigen Frauen in einem Rahmen von 4,3kg-10,2 kg innerhalb von 6 Monaten steigert die Chancen, schwanger zu werden um bis zu 80 %. Und das ist noch nicht alles: Nebenbei sinkt auch das Risiko einer Fehlgeburt von 75% auf 18 %. Das sind wirklich tolle Zahlen. Ich kann Dir versichern, dass ich bei meinen Recherchen zum Thema Kinderwunsch selten so tolle, aufbauende Statistiken gelesen haben.

Die große Frage ist jetzt natürlich: Gehörst Du zu den Frauen, die abnehmen müssen? Keine Sorge: Ein paar Kilos zu viel auf den Rippen bedeuten noch keine Unfruchtbarkeit. Sind es allerdings mehr als nur ein paar Kilos, solltest Du dem Ernst der Lage ins Auge blicken – Deinem Kinderwunsch zuliebe. 

Ob Du Dich wirklich in der Gefahrenzone befindest, verrät Dir ein BMI-Rechner (z.B.hier). Mit dem Ergebnis kannst Du jetzt ganz objektiv Dein Körpergewicht beurteilen:

1.BMI 20-25:

Bei Dir ist alles im grünen Bereich. Über Diäten brauchst Du Dir vorerst keine Gedanken zu machen. 

2. BMI >25:

Alles, was über 25 liegt, gilt als problematisch. Schließlich produzieren die überschüssigen Fettzellen unnötiges Östrogen, das wiederum die Hirnanhangdrüse stimuliert. Der unerwünschte Nebeneffekt: Die Herstellung von FSH (Follikelstimulierendes Hormon) wird unterdrückt. Und FSH brauchen wir einfach, damit die Eizellen wachsen können. Bei einem BMI > 25 besteht also die Gefahr, dass Dein Kinderwunsch zum Stillstand kommen könnte.

3. BMI >31:

Noch problematischer sind Werte über 31. Der überflüssige Körperfettanteil schafft ideale Voraussetzungen für das PCO-Syndrom (Polyzystisches Ovarialsyndrom), eine der häufigsten Stoffwechselerkrankungen bei Frauen im gebärfähigen Alter. Die Erkrankung sorgt für einen Anstieg männlicher Sexualhormone, die den Reifeprozess Deiner Eizellen blockieren. Schlimmstenfalls kommt es dann gar nicht oder nur unregelmäßig zum Eisprung.  

Kommt zu PCO noch Diabetes oder eine Insulinresistenz (als Vorstufe) dazu, kann es sogar im Kinderwunschzentrum schwierig werden: Ärzte beobachten wohl häufiger, dass die Eibläschen zum Eisprung noch unreif und damit nicht befruchtungsfähig sind. Darüber hinaus ist auch die Gebärmutterschleimhaut oft nicht ausreichend aufgebaut, was eine Einnistung erschwert.

Überschreitet auch Dein BMI die 31er-Marke, dann rate ich Dir dringend zu einer Gewichtsabnahme. Schließlich steht nicht nur Dein eigenes Wohl, sondern auch das Deines zukünftigen Kindes auf dem Spiel. Bei einem derart hohen Body Mass Index, findet nämlich entweder erst gar keine Befruchtung statt oder aber das Ungeborene trägt bleibende Schäden davon. Für seinen Herzenswunsch auf die ein oder andere Köstlichkeit zu verzichten und seiner körperlichen Fitness ein wenig auf die Sprünge zu helfen, lohnt sich also allemal. 

4. BMI <20:

Nicht nur Übergewicht legt Deinen Kinderwunsch vorzeitig auf Eis. Dasselbe lässt sich auch von Untergewicht behaupten. Bei einem natürlich schlanken Körperbau hast Du natürlich noch nichts zu befürchten. Kritisch wird es erst bei einem BMI unter 20. Genau wie zu viele bringen auch zu wenig Fettzellen den weiblichen Hormonhaushalt schnell ins Wanken. So verwundert es nicht, dass untergewichtige Frauen oft 4 Mal so viele Anläufe zum Schwangerwerden brauchen wie Normalgewichte. 

Wenn das Problem beim Mann liegt…

Ein unerfüllter Kinderwunsch ist nicht zwangsläufig der Frau zuzuschieben. Nicht selten liegt das Problem auch beim männlichen Part. Gerade bei Übergewicht und Adipositas kann die Befruchtung zur echten Geduldsprobe werden: Ein überdurchschnittlich hohes Fettdepot führt nämlich rasch zu einer Überproduktion von weiblichen Östrogenen. Die ungebetene Langzeitfolge: ein auffällig niedriger Testosteronspiegel. Und je niedriger der Testosteronspiegel, desto niedriger die Samenproduktion und desto schlechter die Spermienqualität. Oftmals kommt es bei übergewichtigen oder adipösen Sexualpartnern aber noch nicht einmal zum entscheidenden Akt. Hartnäckige Fettablagerungen in den Gefäßen stören die Penisdurchblutung, was sich langfristig in Erektionsstörungen abzeichnen kann. Umso wichtiger ist es bei der Familienplanung nicht nur auf Dein eigenes, sondern auch auf das Gewicht Deines Partners zu achten. 

Achtung Crash-Diät

Wenn es um den eigenen Kinderwunsch geht, werden Geduld und Vernunft schnell zur Nebensache. Nach 2,5 Jahren Kinderwunsch weiß ich das nur zu gut. Trotzdem will ich Dir eins ans Herz legen: In der Ruhe liegt die Kraft. Von Crash-Diäten rate ich Dir dringend ab. Eine radikale Gewichtsabnahme bringt Dich Deinem Idealgewicht zwar schneller näher, nimmt aber auch erheblichen Einfluss auf Stoffwechsel und Hormonhaushalt. Zwingst Du Deinen Körper bei einer Blitzdiät zu Höchstleistungen, ist eine Überanstrengung schon vorprogrammiert. Stoffwechsel und Hormonhaushalt geraten außer Kontrolle. Und nichts ist für eine geplante Schwangerschaft ungünstiger als ein gestörter Hormonhaushalt. Gib Deinem Körper die Zeit, die er für eine schonende Gewichtsabnahme braucht. Mit einer gesunden, ausgewogenen Ernährung und zwei bis drei Sporteinheiten pro Woche bist Du schon auf einem guten Weg in Richtung Babyglück.

Ich wünsche Dir eine baldige Schwangerschaft!

Deine

Julia Cathérine

Mit diesen 6 Fragen findest Du heraus: Ist Dein Frauenarzt der Richtige für den Kinderwunsch?

Spätestens während meiner Fehlgeburten habe ich gemerkt, dass ein guter Frauenarzt in der Kinderwunschzeit total wichtig ist. Du solltest ihm auf jeden Fall vertrauen können, denn er wird Dich wahrscheinlich länger begleiten: Er leitet nämlich nicht nur weitere Untersuchungen ein, wenn die Schwangerschaft auf sich warten lässt. Sondern betreut auch eine spätere Schwangerschaft, wenn es dann endlich geklappt hat.

Zweifelst Du manchmal daran, ob Dein Arzt der Richtig ist? Dann stehst Du damit nicht alleine da. Auch mir ging es in der spannenden aber auch herausfordernden Zeit des Kinderwunsches so. Als mein Arzt z.B. nicht unterstützt hat, dass ich mir weitere Hilfe im Kinderwunschzentrum hole, konnte ich nicht mehr offen mit ihm sprechen. Und als ich dann endlich schwanger war, habe ich auch tatsächlich die Praxis gewechselt.

Es ist nicht einfach, zu entscheiden, wann ein Arztwechsel besser wäre, und ab wann Du eine Zweitmeinung einholen solltest. Um Dir klar zu werden, ob Dein Frauenarzt zu Dir und Deinem Partner passt, habe ich 6 Fragen zusammengestellt, dir mir selbst bei der Entscheidung sehr geholfen haben.

1.Fühlst Du Dich bei Deinem Frauenarzt wohl? Stimmt die Chemie?

Ein Frauenarzt kommt Dir so nah wie wahrscheinlich kein anderer Arzt. Und in der Kinderwunschzeit ist das nicht nur körperlich, sondern auch seelisch so: Es geht um Dich, Deinen Partner und die Erfüllung eines sehr persönlichen Wunsches. Gibt Dir ein Arzt in irgendeiner Form Grund, Dich unwohl zu fühlen? Stimmt einfach die Chemie nicht, geht Dein Gynäkologe nicht feinfühlig genug auf Dich ein, behandelt Dich nicht respektvoll oder Du empfindest die Atmosphäre in der Praxis als kalt oder unangenehm? Dann denk über einen Arztwechsel nach. 

2. Begegnet dein Frauenarzt Dir empathisch und „auf Augenhöhe“?

Vielleicht geht es Dir wie mir: Ich fühlte mich in der Kinderwunschzeit manchmal ausgeliefert, vor allem als die Schwangerschaft dann auf sich warten ließ. Wie fruchtbar ich bin, wann genau ich schwanger werde, das alles konnte ich zwar beeinflussen, aber irgendwo natürlich nicht 100% kontrollieren. Wenn dann noch ein Arzt hinzukommt, der Dich von oben herab behandelt, oder Unsicherheiten und Ängste einfach übergeht, dann verstärkt das dieses Gefühl. Bei mir sind z.B. die Alarmglocken angegangen als mein Arzt meine Schilddrüsenwerte (mein TSH war damals > 3) trotz mehrmaliger Nachfragen von mir als „unbedenklich“ beschrieben hat. Dein Frauenarzt sollte mit Ruhe und fachlicher Kompetenz genauso punkten, wie mit einem Gespür für Deine Ängste und Sorgen.

3. Wirst Du in alle Entscheidungen mit einbezogen?

Bei jedem Arztbesuch geht es immer um Dich und Deinen Körper. Noch mehr beim Frauenarzt und in der Kinderwunschzeit, denn es geht zusätzlich um Dein Kind und letztendlich auch um Deine Zukunftsplanung. Ich empfand es z.B. als sehr beruhigend und es gab mir ein selbstbestimmtes Gefühl, als der Arzt mir bei meiner drohenden zweiten Fehlgeburt völlig wertungsfrei alle Optionen aufzeigte, Chancen und Risiken erläuterte und Fragen beantwortete. Dein Arzt sollte Dich und Deinen Partner dann selbst in Ruhe entscheiden lassen, wie es weitergehen soll. Auch wenn es sich nur um einfache Untersuchungen oder Tests handelt.

4. Nimmt der Gynäkologe sich genug Zeit für Dich?

Zeit ist Geld und auch Ärzte müssen wirtschaftlich arbeiten. Doch wenn Zeit für das Wesentlichste fehlt und Du das Gefühl hast, als einer von vielen Terminen wie am Fließband abgefertigt zu werden, ist ein Arztwechsel möglicherweise sinnvoll. Die Zeit für die Beantwortung von Fragen und zur Erklärung aller Behandlungsmethoden muss da sein, vor allem wenn Entscheidungen bezüglich des Kinderwunsches anstehen. Dein Arzt sollte Dir aus meiner Sicht zumindest nicht das Gefühl geben, dass Termine unter Zeitdruck stattfinden und den ganzen Stress an Dir auslassen.

5. Ist die Praxis gut organisiert und fühlst Du dich vom Personal gut betreut?

Mindestens genauso oft wie mit dem Arzt hatte ich in der Kinderwunschzeit mit dem Praxispersonal Kontakt. Die Atmosphäre in der gesamten Praxis trägt einfach dazu bei, ob man sich dort wohlfühlt. Mir selbst haben die herzliche Begrüßung und ein offenes Lächeln der Arzthelferinnen sofort ein besseres Gefühl gegeben, wenn ich die Praxis betreten habe.

Wie sieht es in Deiner Frauenarztpraxis aus? Wirst Du freundlich, menschlich und respektvoll behandelt? Gehen die Mitarbeiter miteinander freundlich um? Kannst Du jederzeit anrufen und etwas fragen oder einen Notfall-Termin vereinbaren? Ist die Praxis gut organisiert? Sind Wartezeiten überschaubar? Wenn Du einiges davon mit „Nein“ beantwortet hast, könnte ein Wechsel sinnvoll sein.

6. Empfindest Du Deinen Frauenarzt als fachlich kompetent?

Die ersten fünf Fragen drehten sich vor allem um das Vertrauensverhältnis zum Frauenarzt, das bei einem Kinderwunsch besonders wichtig ist. Dabei dürfen wir aber nicht vergessen, dass es bei dem Arztbesuch in erster Linie natürlich um die medizinische Untersuchung und Behandlung geht. Deren Qualität zu beurteilen ist nicht einfach. Hast Du starke Zweifel, ob der Arzt alle Möglichkeiten ausschöpft oder die bestmöglichen Optionen anbietet, dann ist es absolut legitim eine Zweitmeinung einzuholen. Vielleicht stellst Du dann auch einfach fest: Anscheinend hat es Hand und Fuß, was mein Gynäkologe tut.

Fazit: Wann solltest Du den Frauenarzt wechseln?

Gibt es keine gravierenden Kritikpunkte, solltest Du Dir überlegen, ob ein Wechsel wirklich nötig ist und Dir weiterhilft. Immerhin muss ein neuer Arzt auch deine gesamte Geschichte wieder neu erfragen. Es ist jedoch Dein gutes Recht Dir wenigstens eine Zweitmeinung einzuholen, wenn Du Dir unsicher bist.

Wenn Du schon seit längerer Zeit ein schlechtes Gefühl bei Deinem Frauenarzt hast und Dich nicht gut aufgehoben fühlt, dann spricht nichts dagegen, den Arzt ganz zu wechseln. Immerhin haben die Arztgespräche und Behandlungen, besonders in der Kinderwunschzeit, immer auch mit Deiner Intimsphäre zu tun. Und diese solltest Du nur mit jemandem teilen, bei dem Du Dich wohlfühlst, der sich Zeit für Dich nimmt und Dich fachlich und menschlich kompetent betreut.

Ich wünsche Dir eine baldige Schwangerschaft!

Deine

Julia Cathérine