In meiner Kinderwunschzeit ist mir aufgefallen, dass ich viel kaufbereiter bin als sonst. Eigentlich bin ich nämlich ein sehr sparsamer Mensch. Aber sobald es um das Thema Schwangerwerden ging, habe ich an mir gemerkt, dass ich bereit bin, sogar etwas zu kaufen, bei dem nur ein Fünkchen Hoffnung besteht, dass es mich meinem Wunschbaby näherbringt. Daher ist in 2,5 Jahren so einiges zusammengekommen…

Damit Ihr wisst, was mir tatsächlich geholfen hat und, was Ihr euch vielleicht sparen könnt, kommen hier meine Erfahrungen mit den diversen Hilfsmitteln:

Basalthermometer

So ein Thermometer habe ich mir nach ca. einem halben Jahr Kinderwunsch gekauft. Der Plan war es, mit der symptothermalen Methode meinen Eisprung einzugrenzen und allgemein einen besseren Überblick über meinen Zyklus zu gewinnen. 

In der Praxis muss man dafür jeden Morgen direkt nach dem Aufwachen seine Temperatur messen – und das idealerweise immer etwa zur gleichen Uhrzeit. Über die Temperatur führt man dann Buch und bekommt dadurch einen Einblick in seinen Zyklus. Ca. zwei Tage nach dem Eisprung steigt z. B. die Temperatur an, sodass man dann wenigstens im Nachhinein Bescheid weiß, dass der Eisprung jetzt wohl stattgefunden hat. Bezieht man dann noch andere körperliche Anzeichen mit ein (z. B. Veränderung des Zervixschleims), kann man den Eisprung irgendwann sogar mit einer gewissen Routine vorhersagen.

Das Temperaturmessen selbst fand ich immer etwas nervig. Zum einen muss man penibel darauf achten, dass es wirklich das erste ist, was man nach dem Aufwachen macht. Und da ich mich gerne mal vor dem Klingeln des Weckers hin- und her wälze, war das recht schwierig für mich. Zum anderen muss man sich dann noch schlaftrunken die Temperatur merken. 

Fazit:Insgesamt haben das Basalthermometer und die symptothermale Methode ihren Zweck erfüllt. Mir wurde dadurch klar, dass mein Eisprung immer recht spät ist, meine zweite Zyklushälfte mit 10-12 Tagen dafür aber relativ kurz ist. Schwanger wurde ich aber leider noch nicht…

Preis: ca. 10 EUR

Note: 2

Kinderwunschtee

In diversen Kinderwunschforen, Blogs und Youtube Kanälen habe ich immer wieder Gutes über Kinderwunschtees gehört. Auch die Erfolgsgeschichten in den Rezensionen auf amazon waren ziemlich ermutigend und weil mein Zyklus sowieso recht unregelmäßig war, wollte ich dem Tee eine Chance geben.

Ich habe mir dann jeweils einen Tee für die erste Zyklushälfte und einen Tee für die zweite Zyklushälfte bestellt. Schon als der Tee ankam und ich die Menge gesehen habe, war mir klar, dass das Ganze ja eine sehr lukrative Sache für den Hersteller sein muss.

Trotz allem war ich recht optimistisch und habe mehrere Zyklen lang brav jeden Tag mindestens eine Tasse Tee getrunken. Geschmacklich ist das Ganze nicht so toll und ich habe es auch als recht aufwändig empfunden.

Fazit:Einen besonderen Effekt auf meinen Zyklus konnte ich leider auch nicht feststellen. Vielleicht hätte ich dafür größere Mengen trinken müssen?

Preis: ca. 20 EUR

Note: 3

Ovulationstests

Nachdem ich ein paar Zyklen mit der symptothermalen Methode experimentiert hatte, hatte ich immer noch nicht genug Sicherheit, um meinen bevorstehenden Eisprung schon ein paar Tage im Voraus zu erkennen.  Deshalb habe ich mir Ovulationstests bestellt und mich dabei erstmal für die günstige Variante entschieden, die im 30er Pack geliefert wird. 

Jeden Nachmittag nach der Arbeit habe ich also einen Ovulationstest benutzt und beobachtet, wie sich die Stärke der Testlinie, die das Hormon LH misst, im Laufe des Zyklus verändert. Ich habe das immer als recht spannend empfunden und so konnte ich jeden Tag schon etwas mitfiebern. Weil meine Zyklen damals ja recht lang waren, sind dabei einige Ovulationstests draufgegangen. Das war aber bei dem günstigen Preis aber halb so wild. Man braucht am Anfang ein bisschen Übung bis man raus hat, wann der Test jetzt wirklich positiv ist.

Um die letzte Ungewissheit auszuschließen, habe ich mir nach einer gewissen Zeit dann auch noch die teure Variante der Ovulationstests bestellt. Dabei werden die fruchtbaren Tage eindeutig mit einem Smiley angezeigt, sodass man dann selbst nichts mehr zu interpretieren hat. Mir hat das Sicherheit und etwas Entspannung gegeben, weil man die Verantwortung hier ja ein Stück weit abgibt.

Fazit: Ovulationstests waren für mich eine große Hilfe. So konnten wir sicherstellen, dass wir die fruchtbaren Tage auch wirklich nutzen. Die einzige Gefahr dabei ist, dass man mit dem Sex zu spät startet: Das LH steigt ja erst an, wenn der Eisprung schon naht. Findet der Sex dann mit einer gewissen Verzögerung statt, ist es vielleicht schon zu spät.

Preis: ca. 15 EUR (günstige Variante für mehrere Zyklen) und ca. 21 EUR (teure Variante für einen Zyklus)

Note: 1

Nahrungsergänzungsmittel/ Homöopathie

  • Mönchspfeffer (Agnus Castus)

Weil meine Zyklen ja wie gesagt immer ziemlich lang waren (32-38 Tage) und ich festgestellt hatte, dass meine zweite Zyklushälfte recht kurz ist, habe ich auf die Empfehlung einer Freundin hin, angefangen jeden Morgen eine Tablette Mönchspfeffer zu nehmen. Meine Zykluslänge hat sich dadurch nach ca. 3 Monaten bei 32 Tagen eingependelt und auch die zweite Zyklushälfte war dann in der Regel immerhin 12 Tage lang.

Fazit: Der Mönchspfeffer hat meine Erwartungen erfüllt, auch wenn man etwas Geduld mitbringen muss. 

Preis: ca. 12 EUR

Note: 2

  • Ovaria Comp in Kombination mit Byrophyllum:

Nach meiner ersten Fehlgeburt hat mir eine Freundin, die ebenfalls einen Kinderwunsch hat, diese Kombination aus Globuli empfohlen. Ich hatte mir davon eine weitere Regulierung meines Zyklus erhofft. 

Ich habe jeweils in der ersten Zyklushälfte 3 * 5 Globuli Ovaria Comp (zur Eizellreifung) und in der zweiten Zyklushälfte 3 * 5 Globuli Byrophyllum (zur Einnistung) eingenommen.

Fazit: Ich konnte keinen Effekt auf meinen Zyklus feststellen und fand die 3 Mal tägliche Einnahme relativ schwer in den Alltag zu integrieren.

Preis: ca. 22 EUR

Note: 3

Zyklusmonitor

Nach sehr, sehr langem Überlegen und ca. 1,5 Jahren Kinderwunsch habe ich mir einen Zyklusmonitor gekauft. Ich finde ihn nach wie vor einfach sehr teuer und war mir auch schon vor dem Kauf bewusst, dass er wohl nicht viele Vorteile gegenüber den teureren Ovulationstests hat. Meine Hoffnung war allerdings, dass ich dem Zyklusmonitor ein Stück Verantwortung abgegeben kann. Ich weiß: es klingt verrückt und verzweifelt!

Mit dem Kauf des Geräts ist es aber leider nicht getan, weil man immer wieder Teststäbchen nachkaufen muss. Und diese schlagen ganz schön zu Buche. Gerade im ersten Zyklus musste der Monitor mich erstmal „kennenlernen“ und hat deshalb sehr viele von den kleinen Stäbchen verbraucht.

Das Ganze funktioniert so, dass der Computer zunächst nach einem Anstieg des Östrogens sucht. Wenn solch ein Anstieg vorliegt, beginnen die fruchtbaren Tage. In den Folgetagen sucht der Monitor dann auch einen Anstieg des LHs. Wenn auch das LH ansteigt, beginnen die Tage maximaler Fruchtbarkeit. Idealerweise sollte man als Kinderwunschpaar beide Phasen nutzen.

Bei mir war es leider so, dass der Zeitraum der fruchtbaren Tage immer recht lange ging – also teilweise 7 Tage oder länger. Da wir ja immer nicht wussten, wie weit wir tatsächlich vom Eisprung noch entfernt sind, war das teilweise etwas anstrengend für uns 😉 

Schwangerschaftstest kann man mit dem Zyklusmonitor übrigens auch machen. Aber immer nur an den Tagen, wenn der Monitor sie einfordert.

Fazit: Der Monitor macht das, was er soll. Mir hat manchmal etwas die Flexibilität gefehlt und so bin ich ab und zu u. a. aus Kostengründen auch später mal wieder bei den günstigen Ovulationstests gelandet.

Preis: ca. 80 EUR für den Zyklusmonitor und ca. 30 EUR für die Teststäbchen

Note: 2