Wenn Du, wie ich, eine IUI im stimulierten Zyklus machst, wirst Du Dir voraussichtlich selbst Hormone spritzen müssen – es sei denn Du bekommst Clomifen in Tablettenform. Das Spritzen selbst fand ich, wenn man sich erstmal überwunden hat, gar nicht mal so schlimm. Schwieriger war es für mich, das Spritzen irgendwie in den Alltag zu integrieren.

Insgesamt geht es dabei um zwei verschiedene Spritzen:

FSH Stimulation

In der ersten Zyklushälfte musste ich zwischen dem 4. und 10. Zyklustag Gonal-F spritzen. Der Knackpunkt dabei ist, dass man das jeden Tag zur gleichen Uhrzeit machen soll, mit einem Spielraum von ca. 1 h. Außerdem hat mir das Kinderwunschzentrum geraten, abends zu spritzen. Hintergrund ist, dass am 11. Zyklustag morgens per Ultraschall kontrolliert wird, ob ein oder mehrere Follikel schon sprungbereit sind. Je nach Ergebnis, muss man dann weiter Gonal-F spritzen oder auch nicht. Wenn man an diesem Morgen aber schon eine Dosis gespritzt hat, ist man dann einfach nicht mehr so flexibel und es kommt vielleicht schneller zum Eisprung als man das möchte. Timing is everything (vor allem beim Thema Kinderwunsch).

Wenn ich nur so auf meinen Alltag von Montag bis Freitag geschaut habe, wäre es für mich am sinnvollsten gewesen, einfach nach der Arbeit, so ca. um 17:30 zu spritzen. Problem war aber, dass das Spritzen ja auch am Wochenende sein musste. An dem Wochenende in meinem zweiten IUI-Zyklus waren wir z. B. einmal tagsüber auf einem Geburtstag eingeladen und einmal am frühen Abend zum Essengehen verabredet. 

Ich habe also hin- und herüberlegt und mich letztendlich entschieden, grundsätzlich um 18:30 zu spritzen. So wusste ich, dass wir bei der Geburtstagseinladung bis ca. 19:00 bleiben konnten, damit ich an diesem Tag ausnahmsweise spätestens um 19:30 spritzen konnte. Und auch das Essengehen war kein Problem – wir waren für 18:00 verabredet und ich konnte ganz entspannt vorher spritzen.

Übrigens: Wenn es in diesem Sommer nicht so super heiß gewesen wäre, wäre alles leichter gewesen. Gonal-F kann man nämlich nach dem Öffnen bei Zimmertemperatur aufbewahren, also auch in der Tasche mitnehmen. Zimmertemperatur heißt aber maximal 25 Grad und die hatten wir diesen Sommer ja quasi ständig überschritten. Darum war ich also örtlich gebunden und konnte die Spritze nicht einfach mitnehmen, musste sie also vor- oder nachher, noch zu Hause nehmen.

Auslösespritze

Richtig gestresst hat mich dann aber die HCG-Spritze, die den Eisprung auslöst. In meinem Fall war das übrigens Ovitrelle. Das Kinderwunschzentrum hatte mir gesagt, dass ich das am 12. Zyklustag um 15:00 spritzen soll. Ich arbeite ja in einem Kindergarten und wusste gleich: das wird schwierig… Ausgerechnet an diesem Tag ist auch noch mein Kollege früher gegangen. Ich musste also ca. 18 Kinder im Auge behalten und gleichzeitig noch möglichst genau um 15:00 mit meiner Spritze auf der Toilette verschwinden. 

Zum Glück war schönes Wetter! Ich bin mit den Kindern kurz vor 15:00 nach draußen gegangen und habe einer Kollegin Bescheid gesagt, dass ich schnell mal zur Toilette muss. Die Spritze auf so einer engen und nicht besonders sauberen Toilette zu setzen, war zwar nicht ganz einfach, aber im Endeffekt hat ja alles geklappt.

Fazit

Ich bin froh, dass ich diesen Stress nur zweimal durchmachen musste. 

Schwierig stelle ich mir das Spritzen auch im Urlaub oder bei Besuch bei Verwandten vor. Oder wie machen das Frauen, die abends sehr lange arbeiten?

Wie habt Ihr das gemacht? Ich bin gespannt, auf Eure Kommentare!

Deine

Julia Cathérine